Eine Gleitmo-Beschichtung (z. B. Gleitmo 610, Gleitmo 605) ist eine spezielle Festschmierstoffbeschichtung, die auf Bauteile aufgetragen wird, um Reibung und Verschleiß zu reduzieren. Für eine optimale Haftung und Funktion dieser Beschichtung ist eine absolut saubere, fett- und partikelfreie Oberfläche erforderlich. **Restschmutzvorgabe** bedeutet, dass auf dem Bauteil nach der Reinigung noch eine definierte, geringe Menge an Schmutzpartikeln verbleiben darf. Diese Vorgabe ist oft in der Automobil- und Zulieferindustrie üblich, um die Sauberkeit von Bauteilen zu kontrollieren. **Warum ist beides nicht gleichzeitig möglich?** - **Haftung der Beschichtung:** Gleitmo-Beschichtungen benötigen eine saubere Oberfläche, damit sie gleichmäßig und fest haften. Restschmutz (z. B. Partikel, Staub, Ölreste) verhindert eine gleichmäßige Benetzung und kann zu Fehlstellen, schlechter Haftung oder Ablösungen führen. - **Funktion der Beschichtung:** Schmutzpartikel unter der Beschichtung können zu lokalen Erhöhungen, Blasen oder Abplatzungen führen. Das beeinträchtigt die tribologischen Eigenschaften (Reibungs- und Verschleißverhalten) der Beschichtung. - **Prozessanforderungen:** Die Applikation von Gleitmo erfolgt meist nach einer sehr gründlichen Reinigung (z. B. Entfetten, Spülen, Trocknen). Eine Restschmutzvorgabe würde bedeuten, dass absichtlich ein gewisser Schmutzanteil auf dem Bauteil verbleibt, was dem Beschichtungsprozess widerspricht. **Fazit:** Eine Gleitmo-Beschichtung und eine gleichzeitige Restschmutzvorgabe schließen sich aus, weil die Beschichtung nur auf absolut sauberen Oberflächen zuverlässig funktioniert. Restschmutz würde die Qualität und Funktion der Beschichtung erheblich beeinträchtigen.