Ein Investitions- und Finanzierungsplan für eine GmbH & Co. KG, die ein Wohnprojekt mit 30 Wohneinheiten für ihre Komplementäre errichtet und betreibt, gliedert sich in mehrere Abschnitte. Hier ein Überblick über die typischen Bestandteile und deren Inhalte: **1. Investitionsplan** Der Investitionsplan zeigt, welche Mittel für das Projekt benötigt werden. Typische Positionen: - **Grundstückskosten:** Kaufpreis, Nebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, Makler) - **Baukosten:** Rohbau, Ausbau, Haustechnik, Außenanlagen - **Baunebenkosten:** Architekt, Statiker, Genehmigungen, Gutachten - **Ausstattung:** Möblierung (falls vorgesehen), Gemeinschaftsräume - **Sonstige Kosten:** Erschließung, Anschlussgebühren, Versicherungen während der Bauzeit - **Reserve/Unvorhergesehenes:** Puffer für Kostensteigerungen **Beispielhafte Gliederung:** | Position | Betrag (€) | |-------------------------|-----------------| | Grundstück | 1.000.000 | | Baukosten | 6.000.000 | | Baunebenkosten | 600.000 | | Ausstattung | 200.000 | | Sonstige Kosten | 200.000 | | Reserve | 300.000 | | **Gesamt** | **8.300.000** | **2. Finanzierungsplan** Der Finanzierungsplan zeigt, wie die Investitionen gedeckt werden. Typische Finanzierungsquellen: - **Eigenkapital:** Einlagen der Komplementäre und Kommanditisten - **Fremdkapital:** Bankdarlehen, Förderkredite (z.B. KfW), ggf. Nachrangdarlehen - **Sonstige Mittel:** Zuschüsse, ggf. Investorenbeteiligungen **Beispielhafte Gliederung:** | Finanzierungsquelle | Betrag (€) | Anteil (%) | |------------------------|-----------------|------------| | Eigenkapital | 2.000.000 | 24 | | Bankdarlehen | 5.800.000 | 70 | | Fördermittel/KfW | 500.000 | 6 | | **Gesamt** | **8.300.000** | 100 | **3. Liquiditätsplanung** Wichtig ist auch eine Liquiditätsplanung, die die Zahlungsströme während Bau und Betrieb abbildet. Hier werden die Ein- und Auszahlungen über die Zeit dargestellt, um Engpässe zu vermeiden. **4. Besonderheiten bei Wohnprojekten für Komplementäre** - **Nutzungsentgelte:** Die Komplementäre zahlen Miete oder Nutzungsentgelte an die GmbH & Co. KG. - **Steuerliche Aspekte:** Die Gestaltung der Mietverträge und die Verrechnungspreise müssen marktüblich sein, um steuerliche Risiken zu vermeiden. - **Rücklagenbildung:** Für Instandhaltung und Modernisierung sollten Rücklagen eingeplant werden. **5. Beispielhafte Darstellung im Businessplan** Im Businessplan werden Investitions- und Finanzierungsplan meist tabellarisch und mit erläuternden Texten dargestellt. Es empfiehlt sich, verschiedene Szenarien (z.B. Kostensteigerungen, Zinsänderungen) zu simulieren. **Fazit:** Ein Investitions- und Finanzierungsplan für ein solches Wohnprojekt ist ein zentrales Steuerungsinstrument. Er sollte realistisch kalkuliert, regelmäßig überprüft und an die tatsächliche Entwicklung angepasst werden. Weitere Informationen zu Rechtsform und Besonderheiten findest du z.B. bei [IHK](https://www.ihk.de/) oder [KfW](https://www.kfw.de/).