Bei Essstörungen ist der Umgang mit Sport und Bewegung sehr sensibel zu betrachten. Grundsätzlich sollte jede sportliche Aktivität bei Essstörungen individuell und idealerweise unter ärztlicher oder therapeutischer Begleitung erfolgen. Ziel ist es, ein gesundes Körpergefühl zu fördern und nicht den Kalorienverbrauch oder die Gewichtskontrolle in den Vordergrund zu stellen. Empfehlenswerte Sportübungen und Bewegungsformen sind: 1. **Sanfte Bewegung**: Spaziergänge, leichtes Radfahren oder Schwimmen können helfen, den Körper zu spüren, ohne ihn zu überfordern. 2. **Yoga**: Yoga fördert Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und Entspannung. Es kann helfen, wieder ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln. 3. **Pilates**: Pilates stärkt die Körpermitte und verbessert die Haltung, ohne leistungsorientiert zu sein. 4. **Entspannungsübungen**: Progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und das Körpergefühl zu verbessern. 5. **Tanzen**: Freies Tanzen oder Tanztherapie kann Spaß machen und das Selbstwertgefühl stärken. Wichtig: - Sport sollte niemals als Kompensation für Nahrungsaufnahme genutzt werden. - Die Intensität und Dauer der Bewegung sollten moderat sein. - Bei Untergewicht oder körperlichen Beschwerden ist oft zunächst eine Pause von sportlicher Aktivität notwendig. - Die Auswahl und Durchführung der Übungen sollte immer mit behandelnden Fachkräften (z. B. Ärzt*innen, Therapeut*innen, Ernährungsberater*innen) abgestimmt werden. Weitere Informationen und Unterstützung bieten spezialisierte Beratungsstellen, wie z. B. die [Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)](https://www.bzga-essstoerungen.de/) oder die [Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS)](https://www.dgess.de/).