Wie lassen sich Rheumaschübe verhindern?

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Rheumaschübe lassen sich oft nicht vollständig verhindern, aber Häufigkeit und Stärke können meist deutlich reduziert werden – am wirksamsten durch konsequente Entzündungskontrolle und das Vermeiden typischer Trigger: - **Therapie konsequent einhalten (wichtigster Punkt):** Basistherapien/DMARDs (z. B. Methotrexat, Leflunomid, Sulfasalazin, Biologika/JAK-Inhibitoren) senken das Schubrisiko langfristig. **Kortison** möglichst nur so kurz und niedrig dosiert wie ärztlich geplant, da es langfristig Nebenwirkungen hat. - **Infekte vermeiden und früh behandeln:** Atemwegs- und Magen-Darm-Infekte sind häufige Schubauslöser. Gute Händehygiene, ausreichend Schlaf, und empfohlene **Impfungen** (ärztlich abgestimmt, v. a. unter Immunsuppression) helfen. - **Stress reduzieren:** Psychischer und körperlicher Dauerstress kann Schübe triggern. Regelmäßige Erholung, feste Schlafzeiten, Entspannungsverfahren (z. B. Atemübungen, progressive Muskelentspannung) sind sinnvoll. - **Gelenke regelmäßig, aber gelenkschonend bewegen:** Kontinuierliche Aktivität (Spazieren, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining mit moderater Last) stabilisiert Gelenke und senkt Entzündungsneigung. Überlastungsspitzen vermeiden; bei beginnenden Beschwerden Belastung anpassen. - **Gewicht im gesunden Bereich halten:** Übergewicht erhöht Entzündung und Gelenkbelastung; Gewichtsreduktion senkt Schub- und Schmerzlast. - **Rauchstopp:** Rauchen verschlechtert viele entzündlich-rheumatische Erkrankungen (u. a. rheumatoide Arthritis) und reduziert teils die Wirkung von Therapien. - **Ernährung entzündungsarm ausrichten:** Mediterran geprägt (viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Olivenöl, Nüsse), **fettreicher Seefisch/Omega‑3**; weniger stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Alkohol in Maßen. (Ernährung ersetzt keine Basistherapie, kann aber unterstützen.) - **Kälte/Feuchtigkeit und mechanische Trigger managen:** Warmhalten, geeignete Kleidung/Handschuhe; ergonomische Hilfsmittel, Pausen bei repetitiven Tätigkeiten. - **Früh gegensteuern bei Warnzeichen:** Bei ersten Anzeichen (mehr Morgensteifigkeit, Schwellung, Wärme, neue Schmerzen, Müdigkeit) frühzeitig ärztlich abklären lassen; je früher behandelt, desto eher lässt sich ein voller Schub abfangen. **Sofort ärztlich abklären** bei Fieber, stark gerötet-heißem Einzelgelenk, deutlicher Allgemeinverschlechterung, Atemnot/Brustschmerz oder neuem neurologischem Ausfall – unter Immunsuppression kann auch eine Infektion dahinterstecken.

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