Kann man nach einer Suchttherapie wieder kontrolliert Alkohol trinken?

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**Bei einer echten Alkoholabhängigkeit ist das realistische Therapieziel in der Regel Abstinenz – nicht „später wieder normal trinken“. Wer nach der Therapie wieder kontrolliert trinken will, hat ein deutlich höheres Rückfallrisiko.** ([dhs.de](https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/BZGA-23-05423_DHS_%E2%80%93_Suchtmedizinische_Reihe_1_Alkoholabh%C3%A4ngigkeit-BFREI.pdf)) ## Der entscheidende Unterschied Nicht jeder problematische Alkoholkonsum ist schon eine Abhängigkeit. Bei **riskantem oder schädlichem Konsum ohne ausgeprägte Abhängigkeit** kann eine Therapie auf **Konsumreduktion** zielen. Dafür gibt es psychotherapeutische Ansätze, Rückfallprävention und in manchen Fällen auch Medikamente zur Trinkmengenreduktion. NICE nennt Reduktion ausdrücklich als Option für bestimmte Betroffene, die keine sofortige Entgiftung brauchen. ([nice.org.uk](https://www.nice.org.uk/guidance/cg115/chapter/Recommendations)) Bei **Alkoholabhängigkeit** ist die Lage anders: Gerade das Kernproblem ist ja, dass die Kontrolle über den Konsum verloren geht. Deshalb empfehlen Fachstellen für Menschen mit Suchterkrankung, Alkohol möglichst ganz zu meiden. Die DHS nennt Menschen mit einer Suchterkrankung ausdrücklich als Gruppe, die Alkoholkonsum vermeiden sollte. ([dhs.de](https://www.dhs.de/suechte/alkohol/empfehlungen-zum-umgang-mit-alkohol/)) ## Was das praktisch bedeutet Die ehrliche Antwort lautet: **Ja, es gibt Behandlungen, nach denen manche Menschen wieder weniger trinken – aber bei diagnostizierter Alkoholabhängigkeit ist „vernünftig wieder mit Alkohol umgehen“ kein verlässliches oder typisches Therapieziel.** Das ist kein moralisches Urteil, sondern eine Risikoabwägung. Der Unterschied zu vielen oberflächlichen Antworten ist genau dieser Punkt: **„kontrolliertes Trinken“ kann bei frühen Problemstadien sinnvoll sein, bei Abhängigkeit ist es meist die falsche Wette.** ([shop.bzga.de](https://shop.bzga.de/pdf/33230000.pdf)) ## Woran man sich orientieren sollte Ein grober Praxismaßstab: - **Wenn schon Entzug, Kontrollverlust, starkes Craving oder wiederholte Rückfälle vorliegen:** Abstinenz ist das sinnvollere Ziel. - **Wenn der Konsum problematisch ist, aber noch keine klare Abhängigkeit besteht:** Reduktion kann ein realistischer erster Behandlungspfad sein. - **Wenn Unsicherheit besteht:** Die diagnostische Einordnung ist wichtiger als die Wunschvorstellung „ich will später wieder normal trinken“. ([dhs.de](https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/BZGA-23-05423_DHS_%E2%80%93_Suchtmedizinische_Reihe_1_Alkoholabh%C3%A4ngigkeit-BFREI.pdf)) Ein wenig beachteter, aber wichtiger Punkt: Manche Betroffene halten den Wunsch nach „später wieder normal trinken“ lange für ein Zeichen von Vernunft. In der Praxis ist er oft eher ein Zeichen dafür, dass die Abhängigkeit noch nicht wirklich akzeptiert ist. Genau daran scheitern viele Rückfallversuche. ## Klare Einschätzung **Wenn du von einer echten Alkoholsucht sprichst, lautet die fachlich saubere Antwort: Es gibt keine Therapie, die zuverlässig aus Abhängigkeit wieder einen dauerhaft unproblematischen Alkoholkonsum macht.** Möglich ist Besserung, Stabilisierung und ein gutes Leben – meist gerade **ohne** Alkohol. ([dhs.de](https://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/BZGA-23-05423_DHS_%E2%80%93_Suchtmedizinische_Reihe_1_Alkoholabh%C3%A4ngigkeit-BFREI.pdf))

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