Wie läuft eine Immunisierung bei einer Wespenallergie ab?

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Bei einer Wespenallergie kann eine sogenannte spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, durchgeführt werden. Ziel ist es, das Immunsystem langsam an das Allergen (in diesem Fall das Wespengift) zu gewöhnen, sodass allergische Reaktionen bei zukünftigen Stichen deutlich abgeschwächt oder ganz verhindert werden. Ablauf der Immuntherapie bei Wespenallergie: 1. **Diagnose:** Zunächst wird durch einen Allergologen bestätigt, dass tatsächlich eine Allergie gegen Wespengift vorliegt (meist durch Hauttests und Blutuntersuchungen). 2. **Vorbereitung:** Die Therapie wird in der Regel in einer allergologischen Praxis oder Klinik begonnen, da anfangs ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen besteht. 3. **Initialphase (Aufdosierungsphase):** - Über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis Wochen werden steigende Mengen des Wespengift-Extrakts unter die Haut (subkutan) gespritzt. - Es gibt verschiedene Schemata, z.B. eine "Ultra-Rush-Therapie", bei der die Aufdosierung innerhalb weniger Stunden erfolgt, oder eine langsamere Variante über mehrere Wochen. 4. **Erhaltungsphase:** - Nach Erreichen der sogenannten Erhaltungsdosis (meist 100 Mikrogramm Wespengift) wird diese Dosis alle 4–8 Wochen über 3–5 Jahre weiter gespritzt. - Die Behandlung erfolgt ambulant. 5. **Überwachung:** - Nach jeder Spritze bleibt man noch etwa 30 Minuten zur Beobachtung in der Praxis, um auf mögliche allergische Reaktionen schnell reagieren zu können. **Wirkung:** Die Immuntherapie ist sehr wirksam: Bei über 90 % der Patienten verhindert sie schwere allergische Reaktionen auf Wespenstiche. **Nebenwirkungen:** Es kann zu lokalen Reaktionen (Rötung, Schwellung an der Einstichstelle) oder selten zu systemischen Reaktionen kommen. Deshalb wird die Therapie immer unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. **Weitere Informationen:** - [Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)](https://dgaki.de/) - [Allergieinformationsdienst](https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/insektengiftallergie/therapie.html) Wenn du selbst betroffen bist, sprich am besten mit einem Allergologen über die Möglichkeiten und das für dich passende Vorgehen.