Was ist das Endstadium bei Polyneuropathie?

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Das Endstadium einer Polyneuropathie ist durch einen weit fortgeschrittenen, meist irreversiblen Nervenschaden gekennzeichnet. In diesem Stadium sind die peripheren Nerven so stark geschädigt, dass die Symptome sehr ausgeprägt und belastend sind. Typische Merkmale des Endstadiums sind: - **Schwere, meist symmetrische Lähmungen** der betroffenen Gliedmaßen, oft beginnend an Füßen und Händen (sogenannte „Handschuh- und Strumpfverteilung“). - **Starke Gefühlsstörungen** wie Taubheit, Kribbeln oder brennende Schmerzen, die sich auf größere Körperbereiche ausdehnen können. - **Verlust der Tiefensensibilität**, was zu Unsicherheit beim Gehen und erhöhter Sturzgefahr führt. - **Schwere motorische Ausfälle** bis hin zur Unfähigkeit, sich selbstständig zu bewegen. - **Starke Muskelschwäche und Muskelabbau** (Atrophie). - **Störungen der vegetativen Funktionen**, z. B. Blutdruckregulation, Verdauung, Blasen- und Sexualfunktion. - **Druckgeschwüre und Wunden** an den Füßen oder Händen, da Schmerzen als Warnsignal fehlen. Im Endstadium kann die Lebensqualität stark eingeschränkt sein. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen, Verletzungen und Komplikationen wie Amputationen (vor allem bei diabetischer Polyneuropathie). Die Behandlung konzentriert sich dann meist auf Linderung der Beschwerden, Vermeidung von Komplikationen und Unterstützung im Alltag. Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Deutschen Gesellschaft für Neurologie](https://dgn.org/leitlinien/ll-030-133-polyneuropathien-2021/) oder der [Deutschen Diabetes Gesellschaft](https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/).