Die Diagnostik bei Zwangsstörungen (Obsessive-Compulsive Disorder, OCD) umfasst mehrere Schritte, um eine genaue Diagnose zu stellen. Hier sind die typischen Schritte: 1. **Klinisches Interview**: Ein ausführliches Gespräch mit einem Psychiater oder Psychologen, um die Symptome, deren Dauer und Intensität zu erfassen. Dabei werden auch die Auswirkungen auf das tägliche Leben besprochen. 2. **Diagnostische Kriterien**: Die Diagnose basiert auf den Kriterien des DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) oder der ICD-10 (International Classification of Diseases). Diese Kriterien umfassen das Vorhandensein von Obsessionen (wiederkehrende, unerwünschte Gedanken) und/oder Kompulsionen (wiederholte Verhaltensweisen oder mentale Handlungen). 3. **Fragebögen und Skalen**: Es gibt standardisierte Fragebögen wie die Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (Y-BOCS), die helfen, die Schwere der Symptome zu bewerten. 4. **Ausschluss anderer Erkrankungen**: Es ist wichtig, andere psychische oder körperliche Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen könnten, wie z.B. Angststörungen, Depressionen oder neurologische Erkrankungen. 5. **Familienanamnese**: Eine Untersuchung der Familiengeschichte kann Hinweise auf eine genetische Veranlagung geben. 6. **Körperliche Untersuchung**: In einigen Fällen kann eine körperliche Untersuchung oder Labortests notwendig sein, um andere medizinische Ursachen auszuschließen. Diese Schritte helfen dabei, eine genaue Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung zu planen.