Welche Bindungsstörungen gibt es?

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Bindungsstörungen sind psychische Störungen, die sich auf die Fähigkeit einer Person auswirken, gesunde und sichere emotionale Bindungen zu anderen Menschen zu entwickeln. Es gibt verschiedene Arten von Bindungsstörungen, die häufig in der Kindheit beginnen und sich auf das Erwachsenenleben auswirken können. Zu den bekanntesten Bindungsstörungen gehören: 1. **Reaktive Bindungsstörung (Reactive Attachment Disorder, RAD)**: Diese Störung tritt häufig bei Kindern auf, die extreme Vernachlässigung oder Missbrauch erfahren haben. Betroffene Kinder zeigen oft wenig emotionale Reaktionen und Schwierigkeiten, Bindungen zu Bezugspersonen aufzubauen. 2. **Bindungsstörung mit Enthemmung (Disinhibited Social Engagement Disorder, DSED)**: Kinder mit dieser Störung zeigen ein unangemessen vertrautes Verhalten gegenüber fremden Erwachsenen und haben Schwierigkeiten, zwischen vertrauten und fremden Personen zu unterscheiden. 3. **Unsicher-vermeidende Bindung**: Diese Form der Bindung tritt auf, wenn Kinder lernen, ihre emotionalen Bedürfnisse zu unterdrücken, weil sie wiederholt die Erfahrung gemacht haben, dass ihre Bezugspersonen nicht zuverlässig auf ihre Bedürfnisse reagieren. 4. **Unsicher-ambivalente Bindung**: Kinder mit dieser Bindungsform zeigen widersprüchliches Verhalten gegenüber ihren Bezugspersonen. Sie sind oft sehr anhänglich, aber auch wütend und schwer zu beruhigen, wenn die Bezugsperson zurückkehrt. 5. **Desorganisierte Bindung**: Diese Bindungsform tritt häufig bei Kindern auf, die traumatische Erfahrungen gemacht haben. Ihr Verhalten ist oft inkonsistent und unvorhersehbar, da sie keine klare Strategie zur Bewältigung von Stress entwickelt haben. Diese Bindungsstörungen können langfristige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und die Fähigkeit, gesunde Beziehungen zu führen, haben. Eine frühzeitige Intervention und Therapie können helfen, die Auswirkungen zu mildern.

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