Das sollte nicht nach „Junge oder Mädchen“ entschieden werden, sondern danach, was für 15‑Jährige angemessen, notwendig und nicht sexualisiert ist. Bei Minderjährigen...
Ist „Falling Down“ ein White-Supremacist-Film?
Antwort vom**Nein – *Falling Down* ist nicht einfach ein „White-supremacist film“, aber er arbeitet bewusst mit weißem Ressentiment und der Selbstviktimisierung eines weißen Mannes. Entscheidend ist: Der Film zeigt diese Haltung nicht als gesund oder vorbildlich, sondern als zerstörerisch und moralisch bankrott.** ([rogerebert.com](https://www.rogerebert.com/reviews/falling-down-1993)) ## Warum die Verwechslung naheliegt Der Film folgt fast komplett einem weißen Mittelklasse-Mann, der seine Wut an einer Stadt auslässt, die er als gegen ihn gerichtet erlebt. Genau deshalb kann er auf den ersten Blick wie eine Fantasie des „bedrängten weißen Mannes“ wirken. Der *New Yorker* kritisierte schon 1993, der Film bediene das Gefühl, die Gesellschaft sei gegen den „average guy“ verschworen, und spiele mit dem Mitleid für diese Figur. ([newyorker.com](https://www.newyorker.com/magazine/1993/03/08/slow-burn)) Das ist der heikle Punkt: Ein Film kann rassistische oder proto-reaktionäre Gefühle **abbilden**, ohne sie vollständig **zu bejahen**. Bei *Falling Down* liegt die Spannung genau dort. ## Was der Film tatsächlich macht Roger Ebert betonte damals ausdrücklich, dass Schumacher **keinen** simplen Rachefilm gebaut habe, bei dem das Publikum den weißen Helden bejubeln soll. Stattdessen werde ein Mann gezeigt, der aus Frust auf Sündenböcke ausweicht, statt die wirklichen Ursachen seiner Lage zu verstehen. ([rogerebert.com](https://www.rogerebert.com/reviews/falling-down-1993)) Das ist der entscheidende Unterschied: Ein echter White-supremacist film würde die Weltsicht der Hauptfigur im Kern bestätigen. *Falling Down* führt sie am Ende eher als paranoid, grausam und selbstgerecht vor. Dass viele Zuschauer trotzdem zuerst Genugtuung empfinden, ist eher Teil der Provokation des Films als ein Beweis, dass er ideologisch auf seiner Seite steht. ([rogerebert.com](https://www.rogerebert.com/reviews/falling-down-1993)) ## Der wichtige Haken Trotzdem ist der Film politisch nicht „unschuldig“. Er lädt das Publikum stellenweise sehr stark dazu ein, sich mit D-Fens’ Wut zu identifizieren, bevor er diese Identifikation unterläuft. Genau deshalb wird er bis heute so unterschiedlich gelesen: als Satire auf weißen Anspruchsdenken **oder** als Film, der diesem Denken zu viel Bühne und zu viel emotionale Plausibilität gibt. Carol Clover beschreibt ihn entsprechend als Film über einen bewaffneten weißen Mann, der sich an einer Welt rächt, die er als Unterdrückung erlebt. ([bfi.org.uk](https://www.bfi.org.uk/sight-and-sound/features/white-noise-carol-clover-joel-schumachers-falling-down)) Die präziseste Einordnung ist deshalb: **kein White-supremacist-Propagandafilm, aber ein Film, der die Affekte des weißen Opfermythos so intensiv inszeniert, dass er dafür offen missverstanden oder vereinnahmt werden kann.** ([rogerebert.com](https://www.rogerebert.com/reviews/falling-down-1993))