Untertassen aus dem 18. Jahrhundert haben oft einen hohen Rand, weil sie damals nicht nur „Tellerchen“ unter der Tasse waren, sondern praktisch als Auffang- und Trinkschale dienten: - **Heißgetränke wurden teils aus der Untertasse getrunken:** Tee oder Kaffee wurde zum Abkühlen in die Untertasse gegossen und daraus geschlürft. Ein **hoher Rand** verhindert, dass es leicht überschwappt. - **Mehr Sicherheit gegen Kleckern:** Viele Tassen hatten keinen perfekt dichten Stand oder es wurde beim Einschenken/Tragen eher gekleckert; der Rand **fängt Tropfen** zuverlässig auf. - **Schutz von Tisch und Textilien:** Tischplatten, Lackoberflächen und Tischdecken sollten vor Hitze, Zucker-/Milchspuren und Flecken geschützt werden; der Rand wirkt wie eine **Barriere**. - **Form folgt Mode und Fertigung:** In bestimmten Porzellan- und Fayence-Formen (z. B. „deep saucer“) war der hohe Rand auch ein **gestalterisches Merkmal** und passte zu damaligen Serviceformen.