Ja – aber nicht als herrschende Partei wie in Frankreich, sondern als kleine radikale Bewegung in der Habsburgermonarchie, vor allem in Wien. In der Forschung spricht man meist von den „Wi...
Warum ist die Machtergreifung 1933 keine Revolution?
Antwort vomDie Machtergreifung 1933 in Deutschland wird oft nicht Revolution bezeichnet, weil sie sich in vielerlei Hinsicht von klassischen Revolutionen unterscheidet. Hier sind einige Gründe: 1. **Legale Machtübernahme**: Adolf Hitler und die NSDAP kamen durch legale politische Prozesse an die Macht. Hitler wurde am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt, was im Rahmen der Weimarer Verfassung geschah. 2. **Fehlende radikale Umwälzung**: Revolutionen sind oft durch eine radikale Umwälzung der bestehenden politischen und sozialen Ordnung gekennzeichnet. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten führte zwar zu tiefgreifenden Veränderungen, aber diese wurden schrittweise und durch eine Kombination aus legalen Mitteln, politischem Druck und Gewalt erreicht, nicht durch einen plötzlichen Umsturz. 3. **Kontinuität der staatlichen Strukturen**: Viele staatliche Institutionen und Strukturen blieben zunächst bestehen und wurden nicht sofort durch neue revolutionäre Organe ersetzt. Die Nationalsozialisten nutzten und transformierten bestehende Institutionen, anstatt sie vollständig zu zerstören und neu aufzubauen. 4. **Fehlende breite Volksbewegung**: Revolutionen sind oft durch eine breite Volksbewegung gekennzeichnet, die die bestehende Ordnung stürzt. Die NSDAP hatte zwar eine breite Anhängerschaft, aber die Machtergreifung war nicht das Ergebnis eines massenhaften Volksaufstands, sondern einer Kombination aus politischem Kalkül, Intrigen und der Nutzung bestehender Machtstrukturen. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Machtergreifung 1933 eher als eine schrittweise Übernahme der Macht durch eine politische Partei und nicht als eine klassische Revolution betrachtet wird.
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