Warum wollte Friedrich Wilhelm IV. kein deutscher Kaiser werden?

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Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der von 1840 bis 1861 regierte, lehnte die Kaiserkrone des Deutschen Reiches ab, die ihm 1849 angeboten wurde, aus mehreren Gründen. Er hatte eine sehr spezifische Vorstellung von der Rolle des Monarchen und war ein Befürworter der monarchischen Prinzipien, die er als göttlich legitimiert ansah. Die angebotene Kaiserkrone war mit der Vorstellung verbunden, dass sie von der Nationalversammlung in Frankfurt verliehen wurde, was er als unrechtmäßig und als eine Bedrohung seiner königlichen Autorität betrachtete. Zudem war er der Meinung, dass die Krone nicht von einem Parlament, sondern nur von Gott selbst verliehen werden könne. Friedrich Wilhelm IV. wollte die Einheit Deutschlands nicht auf eine Weise erreichen, die seiner Auffassung nach die monarchische Ordnung untergraben hätte. Er strebte eine Einigung unter preußischer Führung an, jedoch nicht in der Form einer konstitutionellen Monarchie, die von der Nationalversammlung gefordert wurde. Sein Rückzug von der Kaiserkrone war also sowohl eine Frage der politischen Überzeugung als auch des persönlichen Glaubens an die monarchische Legitimität.

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