Ja, es gibt noch ein Verzeichnis der Gefallenen und Vermissten der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die zentrale Anlaufstelle dafür ist der **Volksbund Deutsche Kriegsgräberfür... [mehr]
Die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ (umgangssprachlich „Wehrmachtsausstellung“) wurde in Deutschland sehr kontrovers rezipiert. Sie wurde erstmals 1995 vom Hamburger Institut für Sozialforschung gezeigt und tourte bis 1999 sowie nach einer Überarbeitung von 2001 bis 2004 durch zahlreiche deutsche Städte. **Rezeption:** 1. **Öffentliche Debatte:** Die Ausstellung löste eine breite gesellschaftliche Debatte über die Rolle der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg aus. Sie stellte die bis dahin verbreitete These von der „sauberen Wehrmacht“ infrage und zeigte anhand von Fotos, Dokumenten und Zeitzeugenberichten, dass auch reguläre Soldaten an Kriegsverbrechen und dem Holocaust beteiligt waren. 2. **Zustimmung und Anerkennung:** Viele Historiker, Journalisten und Teile der Öffentlichkeit lobten die Ausstellung als wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Sie wurde als Meilenstein der Erinnerungskultur gesehen, der das Geschichtsbild in Deutschland nachhaltig veränderte. 3. **Kritik und Proteste:** Es gab auch heftige Kritik, insbesondere von Veteranenverbänden, konservativen Politikern und Teilen der Bevölkerung. Kritiker warfen der Ausstellung vor, pauschal alle Wehrmachtssoldaten zu Tätern zu machen und Einzelfälle zu verallgemeinern. In einigen Städten kam es zu Demonstrationen, teils auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. 4. **Fachliche Kontroversen:** 1999 wurde die Ausstellung nach Vorwürfen über fehlerhafte Zuordnungen und Bildunterschriften vorübergehend gestoppt und wissenschaftlich überprüft. Die Überarbeitung bestätigte zwar die Grundaussagen, führte aber zu einer differenzierteren Darstellung und Korrekturen bei einzelnen Exponaten. **Fazit:** Die Ausstellung hat die öffentliche Wahrnehmung der Wehrmacht und ihrer Verbrechen maßgeblich verändert und gilt als Wendepunkt in der deutschen Erinnerungskultur. Sie hat dazu beigetragen, Mythen zu hinterfragen und eine kritischere Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit zu fördern. Weitere Informationen: [Hamburger Institut für Sozialforschung – Die Wehrmachtsausstellung](https://www.his-online.de/themen/ausstellungen/wehrmachtsausstellung/)
Ja, es gibt noch ein Verzeichnis der Gefallenen und Vermissten der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die zentrale Anlaufstelle dafür ist der **Volksbund Deutsche Kriegsgräberfür... [mehr]