Die Pyramiden von Gizeh waren ursprünglich tatsächlich mit glatten, weißen Kalksteinplatten verkleidet, die ihnen ein glänzendes, fast spiegelndes Aussehen verliehen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Verkleidungssteine jedoch größtenteils entfernt, oft für andere Bauprojekte in Kairo wiederverwendet oder durch Erdbeben gelockert und abgetragen. Es gibt mehrere Gründe, warum die Pyramiden heute nicht wieder mit glatten Kalksteinplatten belegt werden: 1. **Authentizität und Denkmalschutz:** Moderne Restaurierungsphilosophie legt Wert darauf, historische Monumente möglichst im aktuellen Zustand zu erhalten und keine Rekonstruktionen vorzunehmen, die das Original verfälschen könnten. Die Pyramiden sind als Ruinen ein bedeutendes Zeugnis der Geschichte. 2. **Fehlende Originalmaterialien:** Die ursprünglichen Tura-Kalksteinplatten sind größtenteils verloren oder in anderen Bauwerken verbaut. Neue Platten wären nicht identisch mit dem Originalmaterial. 3. **Kosten und Aufwand:** Eine vollständige Rekonstruktion wäre extrem teuer und technisch aufwendig. Die Pyramiden sind riesig, und das Anbringen neuer Verkleidungssteine würde enorme Ressourcen erfordern. 4. **Tourismus und Forschung:** Der aktuelle Zustand der Pyramiden ist für Wissenschaftler und Touristen gleichermaßen interessant. Eine Rekonstruktion könnte wichtige archäologische Informationen verdecken oder zerstören. 5. **Erhaltungsprobleme:** Neue Kalksteinplatten wären ebenfalls der Erosion, Umweltverschmutzung und anderen Schäden ausgesetzt. Es wäre schwierig, sie dauerhaft zu schützen. Aus diesen Gründen wird darauf verzichtet, die Pyramiden wieder mit glatten Kalksteinplatten zu verkleiden. Stattdessen konzentriert man sich auf den Erhalt und Schutz des aktuellen Zustands.