Ja, in der frühmittelalterlichen Landwirtschaft (ca. 500–900 n. Chr.) gab es mehrere Bereiche, die "ganz schlecht funktionierten" oder zumindest erhebliche Probleme bereiteten: **1. Geringe Erträge und schlechte Bodenbearbeitung:** Die landwirtschaftlichen Erträge waren sehr niedrig. Das lag vor allem an der einfachen Technik: Der damals übliche Hakenpflug (Ard) konnte schwere, lehmige Böden kaum aufbrechen. Erst mit der Einführung des schweren Räderpflugs (ab dem 9./10. Jahrhundert) verbesserte sich die Situation deutlich. **2. Mangelnde Düngung:** Es gab wenig Wissen und Möglichkeiten zur gezielten Düngung. Die Felder wurden oft ausgelaugt, weil Mist und andere Düngemittel knapp waren und schlecht verteilt werden konnten. **3. Zweifelderwirtschaft:** Die damals verbreitete Zweifelderwirtschaft (ein Feld wurde bestellt, das andere lag brach) führte zu einer geringen Flächenausnutzung. Erst mit der Dreifelderwirtschaft (ab dem Hochmittelalter) konnte die Produktivität gesteigert werden. **4. Schlechte Lagerung und Transport:** Ernteverluste durch schlechte Lagerung und fehlende Transportmöglichkeiten waren hoch. Vorräte verdarben oft, und Überschüsse konnten kaum gehandelt werden. **5. Abhängigkeit vom Wetter:** Die Landwirtschaft war extrem wetterabhängig. Missernten durch Dürren, Überschwemmungen oder Kälteperioden führten schnell zu Hungersnöten. **Fazit:** Die frühmittelalterliche Landwirtschaft war insgesamt wenig effizient und sehr anfällig für Misserfolge. Technische und organisatorische Verbesserungen kamen erst später und führten dann zu einer deutlichen Steigerung der Produktivität.