Warum verweigerte der preußische König zunächst die Annahme der Kaiserkrone?

Antwort

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. verweigerte 1849 die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone aus mehreren Gründen: 1. **Legitimität der Krone:** Friedrich Wilhelm IV. betrachtete die von der Nationalversammlung angebotene Krone als „Krone aus der Gosse“, weil sie nicht von den deutschen Fürsten, sondern vom Volk bzw. einem gewählten Parlament angeboten wurde. Er glaubte, nur Gott oder die Fürsten hätten das Recht, einen Kaiser zu bestimmen, nicht aber ein revolutionäres Parlament. 2. **Furcht vor Konflikten:** Die Annahme der Krone hätte einen offenen Konflikt mit Österreich und anderen deutschen Fürsten bedeutet, die ihre eigenen Interessen wahren wollten. Friedrich Wilhelm IV. wollte keinen Bürgerkrieg riskieren. 3. **Konservative Grundhaltung:** Der König war ein überzeugter Anhänger des Gottesgnadentums und der monarchischen Ordnung. Er lehnte die revolutionären und liberalen Ideen der Nationalversammlung ab. 4. **Mangelnde Machtbasis:** Ohne die Unterstützung der anderen Fürsten und ohne eine starke militärische Grundlage hätte Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserwürde kaum durchsetzen können. Zusammengefasst: Friedrich Wilhelm IV. lehnte die Kaiserkrone ab, weil sie nicht von den Fürsten, sondern vom Volk kam, weil er Konflikte fürchtete und weil er die revolutionären Umstände ablehnte.

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