Der Investiturstreit war ein bedeutender Konflikt im Mittelalter, der vor allem im 11. und 12. Jahrhundert zwischen dem Papsttum und dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches stattfand. Im Kern ging es um die Frage, wer das Recht hatte, Bischöfe und andere Kirchenoberhäupter zu ernennen (investieren). Der Papst beanspruchte das Recht, die geistliche Autorität zu bestimmen, während die Kaiser oft versuchten, auch in kirchliche Angelegenheiten Einfluss zu nehmen, um ihre politische Macht zu festigen. Der Streit führte zu einer grundlegenden Auseinandersetzung über die Machtverhältnisse zwischen Kirche und Staat. Letztlich kann man sagen, dass der Papst in der kirchlichen Hierarchie über dem Kaiser steht, da die geistliche Autorität und die Sakramente als von Gott gegeben angesehen wurden. Der Kaiser hingegen hatte weltliche Macht und Einfluss, was zu Spannungen führte. Der Konflikt wurde teilweise durch den Wormser Konkordat von 1122 gelöst, das eine Einigung über die Investitur und die Rechte beider Seiten herbeiführte.