Hitlers Antisemitismus kam nicht aus einem einzelnen Erlebnis, sondern aus einer Mischung aus altem europäischen Judenhass, modernem Rassismus, völkischem Nationalismus und seiner politische...
Warum verhinderten KPD und SPD Hitlers Ernennung nicht und welche Rolle spielten Stalin und die Komintern dabei?
Antwort vom1) **Warum haben KPD und SPD Hitlers Ernennung nicht verhindert?** Die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) und die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) waren die beiden größten linken Parteien in der Weimarer Republik. Trotz ihrer gemeinsamen Gegnerschaft zum Nationalsozialismus verhinderten sie Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 nicht, weil sie zutiefst zerstritten waren. Die KPD betrachtete die SPD als „Sozialfaschisten“ und Hauptgegner, nicht als Bündnispartner gegen die NSDAP. Die SPD wiederum misstraute der KPD wegen ihrer revolutionären Rhetorik und ihrer Nähe zur Sowjetunion. Dadurch kam es zu keiner Einheitsfront gegen Hitler, und die Zersplitterung der Arbeiterbewegung schwächte den Widerstand gegen die Nationalsozialisten entscheidend. 2) **Welche Rolle spielte Stalin?** Josef Stalin, der sowjetische Diktator, hatte maßgeblichen Einfluss auf die KPD. Unter seiner Führung verfolgte die Kommunistische Internationale (Komintern) ab 1928 die sogenannte „Sozialfaschismusthese“. Diese besagte, dass die Sozialdemokratie (also die SPD) der Hauptfeind der Arbeiterklasse sei, weil sie den Kapitalismus stütze. Stalin lehnte daher eine Zusammenarbeit zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten strikt ab und ordnete der KPD an, die SPD zu bekämpfen, statt mit ihr gegen die Nazis zu kooperieren. 3) **Welche Rolle spielte die Komintern?** Die Komintern (Kommunistische Internationale) war das internationale Bündnis kommunistischer Parteien unter sowjetischer Führung. Sie setzte die von Stalin vorgegebene Linie durch und zwang die KPD, die SPD als „sozialfaschistisch“ zu bekämpfen. Die Komintern verbot der KPD explizit, mit der SPD oder anderen nicht-kommunistischen Kräften eine Einheitsfront gegen den Faschismus zu bilden. Erst nach 1933, als Hitler bereits an der Macht war, änderte die Komintern ihre Strategie und rief zur Volksfrontpolitik auf – zu spät, um Hitlers Machtergreifung noch zu verhindern. **Fazit:** Die tiefe Spaltung zwischen KPD und SPD, verschärft durch Stalins Vorgaben und die Komintern-Politik, verhinderte eine gemeinsame Abwehrfront gegen Hitler. Dadurch wurde die Arbeiterbewegung entscheidend geschwächt und konnte Hitlers Ernennung nicht verhindern. Weitere Informationen: - [SPD – Geschichte](https://www.spd.de/partei/geschichte/) - [KPD – Bundeszentrale für politische Bildung](https://www.bpb.de/themen/zeit-geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-kpd/) - [Komintern – Bundeszentrale für politische Bildung](https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-politischen-begriffe/19544/komintern/)
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