Wie war die Kleidung in der Altsteinzeit?

Antwort vom

**In der Altsteinzeit trugen Menschen keine „Kleidung“ im heutigen Sinn, sondern vor allem Felle, Häute und einfache Umhänge aus Tierhaut – entscheidend war Schutz vor Kälte, Nässe und Verletzungen.** Je kälter die Region, desto aufwendiger wurde die Bekleidung: In Eiszeitgebieten brauchte man eng anliegende, mehrlagige Kleidung, nicht nur lose übergeworfene Felle. ## Woraus bestand die Kleidung Am wichtigsten waren: - Tierfelle mit Haaren als Wärmeschutz - gegerbte Häute als weichere Außenschicht - Lederbänder oder Sehnen zum Binden und Nähen - später auch Knochen- oder Elfenbeinnadeln für passgenauere Kleidung Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein einfaches Fell über der Schulter reicht in mildem Klima. In eiszeitlicher Kälte überlebt man damit aber kaum dauerhaft. Deshalb gilt heute als wahrscheinlich, dass späte altsteinzeitliche Menschen bereits recht gut angepasste Kleidung herstellten. ## Wie sah das konkret aus Typisch waren vermutlich: - Umhänge oder Fellmäntel - einfache Beinkleider oder Wickelungen - Fußschutz aus Fell oder Leder - Kopfbedeckungen gegen Wind und Kälte Direkte Stoffreste sind selten erhalten, weil organisches Material fast immer vergeht. Archäologen schließen deshalb viel aus Werkzeugen, Nadeln, Schabern zur Fellbearbeitung und aus den Lebensbedingungen. ## Was oft falsch verstanden wird Altsteinzeitliche Kleidung war nicht automatisch primitiv. Sie war technisch einfach, aber funktional oft erstaunlich gut. Der eigentliche Fortschritt war nicht Mode, sondern Anpassung: Wer Fell bearbeiten, trocknen, weich machen und zusammennähen konnte, hatte einen klaren Überlebensvorteil. Ein wenig bekannter Punkt: Schmuck und Verzierung gab es wahrscheinlich trotzdem. Selbst wenn Kleidung vor allem praktisch war, wurde sie teils mit Anhängern, Zähnen oder Perlen ergänzt. Kleidung diente also nicht nur dem Schutz, sondern teilweise auch der Zugehörigkeit oder Darstellung.