Erläutere das Herrschaftsverständnis von Nikolaus II.

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Das Herrschaftsverständnis von Nikolaus II., dem letzten Zaren Russlands, war stark von der Idee des autokratischen Regimes geprägt. Er sah sich als von Gott eingesetzten Monarchen, dessen Macht unantastbar war. Diese Überzeugung basierte auf dem Konzept des "göttlichen Rechts der Könige", das besagte, dass Herrschaft eines Monarchen durch Gott legitimiert sei. Nikolaus II. war überzeugt, dass er die Verantwortung für das Wohl seines Volkes trug, jedoch war seine Auffassung von dieser Verantwortung oft von einer konservativen und reaktionären Haltung geprägt. Er war skeptisch gegenüber Reformen und politischen Veränderungen, die die Macht des Zaren einschränken könnten. Dies führte zu einer starren Haltung gegenüber der aufkommenden politischen Opposition und den Forderungen nach mehr Mitbestimmung und Demokratie. Seine Herrschaft war auch von einer tiefen Loyalität zur orthodoxen Kirche geprägt, die eine zentrale Rolle in der russischen Gesellschaft spielte. Nikolaus II. betrachtete die Kirche als einen wichtigen Stützpfeiler seiner Herrschaft und setzte sich für die Erhaltung traditioneller Werte ein. Die Unfähigkeit, auf die sozialen und politischen Herausforderungen seiner Zeit angemessen zu reagieren, führte letztlich zu einer Erosion seiner Autorität und trug zur Revolution von 1917 bei, die sein Ende als Monarchen und die Abschaffung der Zarenherrschaft zur Folge hatte.

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