Wie verlief der gleichgeschaltete Lebensweg eines Jungen oder Mädchens im NS-Staat ab 1933 zwischen 10 und 45 Jahren?

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**Ab 1933 versuchte das NS-Regime, Jungen und Mädchen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter vollständig zu kontrollieren: Schule, Freizeit, Beruf, Ehe und sogar die Rolle als Mutter oder Soldat wurden politisch vorgegeben.** ## Der „gleichgeschaltete“ Lebensweg eines Jungen Mit etwa **10 Jahren** trat ein Junge meist ins **Deutsche Jungvolk** ein, die Unterorganisation der Hitlerjugend für 10- bis 14-Jährige. Dort lernte er Gehorsam, körperliche Härte, Marschieren und nationalsozialistische Ideologie. Ab **14 Jahren** wechselte er in die **Hitlerjugend (HJ)**. Jetzt wurde die politische und militärische Vorbereitung deutlich stärker: Geländespiele, vormilitärische Übungen, Fahnenappelle und Schulung im Sinne von „Führer“, „Volk“ und Krieg. Ziel war nicht freie Entwicklung, sondern die Erziehung zum gehorsamen Kämpfer. Nach der Schule folgten oft **Arbeitsdienst** und anschließend der **Wehrdienst**. Der junge Mann sollte zuerst im **Reichsarbeitsdienst (RAD)** Disziplin und körperliche Arbeit lernen und danach als Soldat in die Wehrmacht eintreten. Spätestens im Krieg wurde daraus für viele der direkte Weg an die Front. Zwischen **18 und 45 Jahren** war der Mann im NS-Staat vor allem als **Soldat, Arbeiter und Familienernährer** vorgesehen. Eigenständige politische Meinungen waren gefährlich; erwartet wurden Loyalität, Opferbereitschaft und Dienst für den Staat. Im Krieg bedeutete das für Millionen: Einberufung, Fronteinsatz, Verwundung oder Tod. ## Der „gleichgeschaltete“ Lebensweg eines Mädchens Ein Mädchen kam mit etwa **10 Jahren** in den **Jungmädelbund**, also die Organisation für 10- bis 14-Jährige innerhalb der Hitlerjugend. Dort ging es ebenfalls um Gemeinschaft, Disziplin und ideologische Erziehung, aber mit anderer Zielrichtung als bei Jungen. Ab **14 Jahren** wechselte sie in den **Bund Deutscher Mädel (BDM)**. Mädchen sollten körperlich fit, gehorsam und ideologisch zuverlässig sein, aber nicht für den Soldatenberuf, sondern vor allem für ihre spätere Rolle als **Ehefrau und Mutter**. Das Regime vermittelte: Die wichtigste Aufgabe der Frau sei, „deutsche“ Kinder zu bekommen und den Haushalt zu führen. Nach der Schulzeit wurden viele junge Frauen in **Pflichtdienste** eingebunden, etwa im **Reichsarbeitsdienst** oder später in kriegswichtige Tätigkeiten. Trotzdem blieb das offizielle Frauenbild klar: nicht politische Selbstständigkeit, sondern Dienst an Familie, Volk und Führer. Zwischen **18 und 45 Jahren** sah das NS-Regime für Frauen vor allem die Rollen **Mutter, Hausfrau und Unterstützerin des Krieges** vor. Im Krieg arbeiteten viele zusätzlich in Verwaltungen, Fabriken, Lazaretten oder als Helferinnen. Der entscheidende Unterschied zum Jungen war: Männer sollten kämpfen, Frauen sollten den „Nachwuchs“ sichern und das System im Inneren tragen. ## Der entscheidende Punkt Die Gleichschaltung bedeutete nicht nur Mitgliedschaft in Organisationen. Sie sollte den ganzen Lebenslauf formen: - **Kindheit:** ideologische Erziehung - **Jugend:** Disziplinierung und Einbindung in NS-Organisationen - **Erwachsenenalter:** Dienst für Krieg, Staat und „Volksgemeinschaft“ - **Privatleben:** Ehe, Beruf und Familie nach NS-Vorstellungen Der wichtigste Unterschied war also: **Jungen wurden vor allem zu Soldaten erzogen, Mädchen vor allem zu Müttern und Helferinnen des Regimes.**