Warum bestand noch eine Gesetzgebung trotz Führerbefehlen?

Antwort vom

Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland bestand weiterhin eine formale Gesetzgebung, obwohl Führerbefehle und Führerverordnungen eine zentrale Rolle spielten. Dies hatte mehrere Gründe: 1. **Schein der Legalität**: Die Nationalsozialisten wollten den Anschein wahren, dass ihre Herrschaft auf einer legalen Grundlage basierte. Durch die Beibehaltung einer formalen Gesetzgebung konnten sie den Eindruck erwecken, dass ihre Maßnahmen rechtlich legitimiert waren. 2. **Verwaltung und Bürokratie**: Ein funktionierender Staat benötigt eine gewisse bürokratische Struktur und gesetzliche Rahmenbedingungen, um alltägliche Verwaltungsaufgaben zu bewältigen. Die bestehende Gesetzgebung diente dazu, die Verwaltung und das öffentliche Leben zu organisieren. 3. **Kontinuität und Stabilität**: Die Beibehaltung bestehender Gesetze und Institutionen trug zur Stabilität und Kontinuität des Staates bei. Dies war wichtig, um die Unterstützung der Bevölkerung und der Verwaltung sicherzustellen. 4. **Instrumentalisierung der Gesetze**: Die Nationalsozialisten nutzten die bestehenden Gesetze und Institutionen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Sie passten Gesetze an oder setzten neue Gesetze durch, die ihre Ideologie und Politik unterstützten. 5. **Machtkonsolidierung**: Führerbefehle und Führerverordnungen ermöglichten es Adolf Hitler, seine Macht direkt und ohne Widerstand durchzusetzen. Gleichzeitig erlaubte die formale Gesetzgebung eine breitere Implementierung und Durchsetzung seiner Politik durch die bestehenden staatlichen Strukturen. Insgesamt diente die Beibehaltung einer formalen Gesetzgebung dazu, die nationalsozialistische Herrschaft zu legitimieren, die Verwaltung des Staates zu gewährleisten und die Macht des Führers zu konsolidieren.

Neue Frage stellen