Zeigte die Bekleidung in der Öffentlichkeit oft den sozialen Stand und diente der gezielten Erkennbarkeit?
Antwort vomJa. Kleidung diente in vielen Epochen ausdrücklich als sichtbares Standeszeichen. An der Art der Stoffe, Farben, Verzierungen, Schnitte und Accessoires ließ sich oft erkennen, ob jemand etwa dem Adel, dem Klerus, dem Bürgertum oder den einfachen Schichten angehörte. Diese Erkennbarkeit war häufig nicht nur sozial gewünscht, sondern teils auch rechtlich geregelt, etwa durch Kleiderordnungen, die bestimmten Gruppen bestimmte Materialien oder Schmuckformen erlaubten oder verboten. Kleidung hatte damit nicht nur eine praktische oder ästhetische Funktion, sondern auch eine öffentliche und symbolische: Sie machte Rang, Wohlstand, Amt, Herkunft oder moralischen Anspruch sichtbar. In diesem Sinn war Bekleidung tatsächlich oft ein Mittel der gewollten Erkennbarkeit.