Wie entwickelte sich der Antisemitismus im 1. Weltkrieg?

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Während des Ersten Weltkriegs erlebte der Antisemitismus in Europa eine komplexe Entwicklung. In vielen Ländern, insbesondere in Deutschland und Österreich-Ungarn, wurden Juden oft als Sündenböcke für militärische Misserfolge und wirtschaftliche Schwierigkeiten dargestellt. Es gab weit verbreitete Vorurteile und Verschwörungstheorien, die Juden als illoyal und als Kriegsgewinnler darstellten. In Deutschland führte dies 1916 zur sogenannten "Judenzählung", einer offiziellen Erhebung der jüdischen Soldaten in der deutschen Armee, die beweisen sollte, dass Juden weniger zum Krieg beitrugen als andere Deutsche. Diese Zählung bestätigte jedoch nicht die antisemitischen Vorurteile, sondern zeigte, dass jüdische Soldaten proportional zu ihrer Bevölkerungszahl dienten. In Russland verschärfte sich der Antisemitismus ebenfalls, insbesondere nach der Februarrevolution 1917. Juden wurden oft als Unterstützer der Bolschewiki und der Revolution verdächtigt, was zu Pogromen und Gewalt gegen jüdische Gemeinden führte. Insgesamt verstärkte der Krieg bestehende antisemitische Einstellungen und legte den Grundstein für die noch intensivere Verfolgung und Diskriminierung von Juden in den folgenden Jahrzehnten, insbesondere während des Nationalsozialismus in Deutschland.

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