Der Wirtschaftsaufschwung in den USA kam vor allem durch Massenproduktion, neue Konsumgüter und eine starke Binnenkonjunktur zustande; für die Gesellschaft bedeutete das mehr Wohlstand f&uum...
Wie hoch war der Anteil von Sklaven in Tibet vor 1959?
Antwort vom**Einen belastbaren Prozentsatz für „Sklaven“ in Tibet vor 1959 gibt es nicht – weil die meisten seriösen Historiker eher von Leibeigenschaft oder Hörigkeit sprechen, nicht von Sklaverei im engeren Sinn. Für echte Sklaven lag der Anteil wohl nur sehr niedrig; für unfreie bzw. abhängige Landbevölkerung wurden dagegen oft sehr hohe Anteile genannt.** Der entscheidende Unterschied ist: „Sklaven“ und „Leibeigene“ sind historisch nicht dasselbe. In der Forschung zu Tibet wird meist beschrieben, dass das System vor 1959 stark hierarchisch war und große Teile der weltlichen Bevölkerung erblich an Güter, Klöster oder Adelsfamilien gebunden waren. Melvyn Goldstein formuliert sogar, dass fast alle Laien – mit Ausnahme weniger hundert Adelsfamilien – erbliche Abhängige waren. ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/EC9C0427D69A5ED5B79D6EF1E88FCAF4/S0021911800154816a.pdf/serfdom-and-mobility-an-examination-of-the-institution-of-human-lease-in-traditional-tibetan-society.pdf)) Die oft genannte Zahl von **90 bis 95 %** bezieht sich deshalb in der Regel **nicht auf Sklaven im engeren Sinn**, sondern auf **„serfs“/Leibeigene bzw. abhängige Bauern** in der chinesischen oder politischen Darstellung des alten Tibet. Diese Zahl ist umstritten, aber sie zielt auf das System der Unfreiheit insgesamt, nicht speziell auf Sklaverei. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet_serfdom_controversy)) Für **echte Sklaverei** ist die Quellenlage deutlich schmaler. Es gibt Hinweise, dass eine Form von Haussklaverei bzw. „family slaves“ in einigen Gebieten noch existierte, aber eher als Restbestand und nicht als Mehrheitsverhältnis. Britannica und andere Standarddarstellungen sprechen bei Tibet vor 1959 eher von sozialen Klassen und Abhängigkeitsverhältnissen als von einer Sklavengesellschaft. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Human_rights_in_Tibet)) Die präziseste Antwort ist daher: **Wenn du wirklich nach Sklaven fragst, war der Prozentsatz wahrscheinlich klein und sicher nicht 90 % oder 95 %. Wenn du aber unfreie oder erblich abhängige Menschen insgesamt meinst, nennen manche Quellen ungefähr 90 % der Bevölkerung.** Genau diese begriffliche Verwechslung ist der Hauptgrund, warum zu Tibet so widersprüchliche Zahlen kursieren.