Wann wurde das alte Berliner Schloss gebaut, wer war der Architekt und wofür wurde es genutzt?

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**Das alte Berliner Schloss entstand in seiner barocken Hauptform vor allem zwischen 1698 und 1716; der wichtigste Architekt war Andreas Schlüter, vollendet und erweitert wurde es dann vor allem von Johann Friedrich Eosander von Göthe.** Das ist wichtig, weil das Schloss deshalb kein „einmal gebautes“ Gebäude war, sondern ein über Jahrhunderte gewachsener Herrschaftsbau mit mittelalterlichem Kern und barocker Umformung. ([berliner-schloss.de](https://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/baugeschichte/)) ## Bauzeit und Architekt Das Berliner Schloss stand ursprünglich schon seit dem 15. Jahrhundert als kurfürstliche Residenz in Cölln an der Spree. Seine berühmte Gestalt, an die heute meist gedacht wird, bekam es aber erst unter Kurfürst Friedrich III., dem späteren König Friedrich I., durch den großen barocken Umbau ab 1698/1699. ([berliner-schloss.de](https://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/baugeschichte/)) Andreas Schlüter war der prägende Architekt und Künstler dieser Phase. Er entwarf die monumentalen Barockfassaden, Portale, Treppen und Prunkräume. Nach seinem Ausscheiden übernahm Johann Friedrich Eosander von Göthe und führte den Ausbau weiter; abgeschlossen wurde der Bau 1716 unter Martin Heinrich Böhme. Wenn man also nach *dem* Architekten fragt, ist die beste kurze Antwort: **Schlüter war der wichtigste, Eosander der entscheidende Vollender.** ([berliner-schloss.de](https://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/baugeschichte/)) ## Wofür wurde das Schloss genutzt Das Schloss war vor allem die **Residenz der brandenburgischen Kurfürsten, später der preußischen Könige und schließlich der deutschen Kaiser**. Es war also Wohnort, Regierungssitz, Ort höfischer Zeremonien und politisches Machtzentrum zugleich. Dort lagen nicht nur Wohn- und Festräume, sondern auch Repräsentationssäle, Kapelle, Verwaltungsbereiche und Räume für Hofstaat und Staatsakte. ([berliner-schloss.de](https://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/baugeschichte/)) Der entscheidende Punkt ist: Das Berliner Schloss war nicht einfach ein „Wohnschloss“. Es war das sichtbare Zentrum der preußischen Herrschaft. Wer das Schloss betrat, sollte die Macht des Staates unmittelbar spüren. ## Was war daran besonders Besonders war erstens seine **politische Funktion**: Kaum ein anderes Gebäude in Berlin stand so direkt für den Aufstieg Brandenburg-Preußens zur europäischen Großmacht. Das Schloss war architektonisch gebaute Machtpolitik. ([berliner-schloss.de](https://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/baugeschichte/)) Besonders war zweitens die **barocke Gestaltung Schlüters**. Seine Fassaden und Innenräume galten als Höhepunkt des norddeutschen Barock. Vor allem die Paradekammern und die berühmte Gigantentreppe wurden als außergewöhnliche künstlerische Leistungen angesehen. ([berliner-schloss.de](https://berliner-schloss.de/das-historische-schloss/innenraeume-gesamtansichten-bernsteinzimmer/)) Besonders war drittens die **Mischung aus mittelalterlichem Ursprung und barocker Überformung**. Das Schloss war kein einheitlicher Neubau auf freier Fläche, sondern ein historisch gewachsener Komplex. Genau das erklärt, warum mehrere Architekten daran arbeiteten und warum der Bau zugleich etwas unregelmäßig und monumental wirkte. Diese gewachsene Struktur unterscheidet es von vielen späteren, streng symmetrischen Residenzschlössern. ## Kurz gesagt **Das alte Berliner Schloss wurde in seiner bekannten Form vor allem von 1698 bis 1716 ausgebaut; Hauptarchitekt war Andreas Schlüter, später übernahm Eosander von Göthe.** Es diente als Residenz und Machtzentrum der Hohenzollern – und besonders war daran, dass es politisches Symbol, barockes Kunstwerk und historisch gewachsener Großbau in einem war.

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