Was sind Verbrauchsfolgeverfahren in der Bilanz?

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Verbrauchsfolgeverfahren sind Methoden, die Unternehmen anwenden, um den Verbrauch von Vorräten und deren Bewertung in der Bilanz zu bestimmen. Die gängigsten Verbrauchsfolgeverfahren sind: 1. **FIFO (First In, First Out)**: Hierbei wird angenommen, dass die zuerst angeschafften oder hergestellten Vorräte auch zuerst verbraucht oder verkauft werden. Die verbleibenden Vorräte in der Bilanz werden daher zu den zuletzt angeschafften oder hergestellten Preisen bewertet. 2. **LIFO (Last In, First Out)**: Bei diesem Verfahren wird angenommen, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vorräte zuerst verbraucht oder verkauft werden. Die verbleibenden Vorräte in der Bilanz werden zu den zuerst angeschafften oder hergestellten Preisen bewertet. Dieses Verfahren ist in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, steuerlich nicht mehr zulässig. 3. **Durchschnittsmethode**: Hierbei wird der Durchschnittspreis aller vorhandenen Vorräte berechnet und dieser Durchschnittspreis wird dann für die Bewertung der verbrauchten und verbleibenden Vorräte verwendet. 4. **HIFO (Highest In, First Out)**: Bei diesem Verfahren wird angenommen, dass die teuersten Vorräte zuerst verbraucht oder verkauft werden. Die verbleibenden Vorräte in der Bilanz werden zu den niedrigeren Preisen bewertet. 5. **LOFO (Lowest In, First Out)**: Hierbei wird angenommen, dass die billigsten Vorräte zuerst verbraucht oder verkauft werden. Die verbleibenden Vorräte in der Bilanz werden zu den höheren Preisen bewertet. Die Wahl des Verbrauchsfolgeverfahrens kann erhebliche Auswirkungen auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens haben, da sie den Wert der Vorräte und die Kosten der verkauften Waren beeinflusst. In Deutschland sind nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) insbesondere das FIFO-Verfahren und die Durchschnittsmethode zulässig.

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