Was ist der Leverage-Effekt?

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Der Leverage-Effekt beschreibt in der Finanzwirtschaft den Einfluss des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrendite eines Unternehmens. Er tritt auf, wenn ein Unternehmen durch den Einsatz von Fremdkapital (z.B. Kredite) seine Eigenkapitalrendite steigern kann. Dies funktioniert, solange die Gesamtkapitalrendite (die Rendite auf das gesamte eingesetzte Kapital) höher ist als die Fremdkapitalkosten (die Zinsen, die für das Fremdkapital gezahlt werden müssen). Der Leverage-Effekt kann sowohl positiv als auch negativ sein: - **Positiver Leverage-Effekt**: Die Eigenkapitalrendite steigt, weil die Gesamtkapitalrendite höher ist als die Fremdkapitalkosten. - **Negativer Leverage-Effekt**: Die Eigenkapitalrendite sinkt, weil die Gesamtkapitalrendite niedriger ist als die Fremdkapitalkosten. Ein einfaches Beispiel: - Ein Unternehmen hat 100.000 Euro Eigenkapital und nimmt zusätzlich 100.000 Euro Fremdkapital zu einem Zinssatz von 5 % auf. - Die Gesamtkapitalrendite beträgt 10 %. Berechnung: - Gesamtkapital: 200.000 Euro - Gewinn vor Zinsen: 20.000 Euro (10 % von 200.000 Euro) - Zinskosten: 5.000 Euro (5 % von 100.000 Euro) - Gewinn nach Zinsen: 15.000 Euro Eigenkapitalrendite: - 15.000 Euro Gewinn / 100.000 Euro Eigenkapital = 15 % Ohne Fremdkapital wäre die Eigenkapitalrendite nur 10 % (10.000 Euro Gewinn auf 100.000 Euro Eigenkapital). Durch den Einsatz von Fremdkapital konnte die Eigenkapitalrendite auf 15 % gesteigert werden, was den positiven Leverage-Effekt zeigt.

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