Bei einem Krieg zwischen den USA und dem Iran wären an internationalen Börsen typischerweise (nicht sicher, aber historisch plausibel) folgende Entwicklungen zu erwarten: 1) **Kurzfristig: „Risk-off“ (Flucht in Sicherheit)** - **Aktienmärkte weltweit**: häufig **schneller Rückgang** durch Unsicherheit, besonders in zyklischen Sektoren. - **Volatilität**: **sprunghafter Anstieg** (mehr Absicherungen, größere Tagesausschläge). 2) **Energie: Öl- und Gaspreise tendenziell deutlich höher** - Der zentrale Kanal ist das **Angebots-/Transport-Risiko** im Nahen Osten (u. a. Straße von Hormus). - **Öl** reagiert meist **sofort**; je nach Eskalationsgrad sind **starke Preissprünge** möglich. - **Profiteure**: Öl-/Gasproduzenten, Ölfeld-Services, teils Tanker/Shipping; **Belastete**: Airlines, Chemie, Logistik, energieintensive Industrie. 3) **Inflation & Zinsen: erneuter Aufwärtsdruck** - Höhere Energiepreise erhöhen **Inflationserwartungen**. - Das kann **Notenbanken** in ein Dilemma bringen: Wachstum schwächer, Inflation höher → Märkte preisen oft **mehr Unsicherheit über den Zinskurs** ein. 4) **Anleihen: Qualitätsflucht** - Häufig **steigende Kurse / fallende Renditen** bei als sicher geltenden Staatsanleihen (v. a. US-Treasuries; teils auch deutsche Bundesanleihen), zumindest initial. - **Credit-Spreads** (Aufschläge) bei Unternehmensanleihen weiten sich oft aus, besonders bei High Yield. 5) **Währungen: USD und „Safe Havens“ tendenziell fester** - Oft **Aufwertung** von **US-Dollar**, **Schweizer Franken** und teils **Japanischem Yen**. - Währungen von **Ölimporteuren** können unter Druck geraten; **Ölexporteure** können profitieren (abhängig von eigener politischer Lage). 6) **Regionale Effekte: Nahost & angrenzende Märkte stärker betroffen** - Börsen in der Region reagieren meist **überproportional** negativ (Risikoaufschläge, Kapitalabflüsse). - Europa kann stärker leiden als die USA, wenn der Energieschock dominiert (Industrie/Importabhängigkeit). 7) **Sektorrotation** - **Relativ robust**: Energie, Rüstung, Cybersecurity, teils Basiskonsumgüter/Versorger. - **Relativ schwach**: Reise/Transport, zyklischer Konsum, Industrie, Teile von Tech (je nach Zins-/Risikokanal). 8) **Extremszenario: Blockade/Angriffe auf Infrastruktur** - Bei massiver Störung der Öltransporte wären **globale Rezessionsängste** realistisch: stärkere Aktienverluste, deutlich höhere Energiepreise, stärkere Spreadausweitung, Liquiditätsstress in einzelnen Marktsegmenten. Wichtig: Die Marktreaktion hängt weniger vom „Krieg“ als Begriff ab, sondern von **Dauer, Eskalationsstufe, Beteiligung weiterer Staaten, und ob Energie- und Schifffahrtsrouten tatsächlich beeinträchtigt werden**.