Selen (Se) ist kein „typisches“ Nichtmetall, sondern wird in der Chemie meist als Nichtmetall mit deutlich metalloid-/halbmetallartigen Eigenschaften eingeordnet – je nachdem, welche...
Warum gilt Selen als Halbmetall und nicht als klassisches Nichtmetall?
Antwort vomSelen wird oft als „Halbmetall“ bezeichnet, weil seine Eigenschaften zwischen typischen Nichtmetallen (z. B. Schwefel) und Metallen liegen – vor allem elektrisch und strukturell. Streng genommen wird Selen in vielen Lehrwerken aber weiterhin als **Nichtmetall** geführt; die Einordnung ist also teils **kontextabhängig** (Schulchemie vs. Werkstoff-/Festkörperphysik). **Warum wirkt Selen „halbmetallisch“?** - **Elektrische Leitfähigkeit (entscheidend):** Klassische Nichtmetalle sind sehr schlechte Leiter. Selen ist dagegen ein **Halbleiter**: Es leitet besser als typische Nichtmetalle, aber deutlich schlechter als Metalle. Außerdem ist seine Leitfähigkeit **stark temperatur- und lichtabhängig** (Photoleitung) – ein Verhalten, das man eher aus der Halbleiterwelt kennt als von „klassischen“ Nichtmetallen. - **Allotrope und Bindungsstruktur:** Selen kommt in verschiedenen Formen vor. Besonders das **graue (trigonale) Selen** besteht aus Kettenstrukturen, in denen Elektronen weniger lokalisiert sind als in vielen „typischen“ Nichtmetall-Strukturen. Das begünstigt halbleitendes Verhalten. - **Metallischer Trend in der Gruppe:** Selen steht in der 16. Gruppe unter Schwefel und über Tellur. **Nach unten im Periodensystem nimmt der metallische Charakter zu** (größere Atome, leichter polarisierbare Elektronenhülle, kleinere Bandlücke). Selen liegt genau in diesem Übergangsbereich – daher die „Grenzfall“-Einordnung. Kurz: Selen ist kein „klassisches“ Nichtmetall, weil es – insbesondere als graues Selen – **halbleitend** ist und damit in zentralen Eigenschaften **zwischen** Nichtmetallen und Metallen liegt.
Verwandte Fragen
Warum ist rotes Selen ein Nichtmetall, graues Selen aber ein Halbmetall (Wikipedia)?
Weil „Selen“ in verschiedenen Modifikationen (Allotropen) vorkommt und sich dabei Kristallstruktur und Bindungsart ändern – und damit auch die typischen „metallischen&ldqu...
Ist Graphit ein Halbmetall oder ein klassisches Nichtmetall?
Graphit ist klassisch ein Nichtmetall – genauer: eine Allotropform des Nichtmetalls Kohlenstoff. Warum es trotzdem oft „halbmetallisch“ wirkt: Elektrische Leitfähigkeit: Graphi...
Wie fühlt sich graues Selen an?
Graues Selen (metallisches, trigonal kristallines Selen) fühlt sich als fester, spröder Stoff eher „metallisch“ und glatt bis leicht rau an – je nach Oberfläche (Krist...
Wie sähe Tenness als Nichtmetall aus?
Als „Nichtmetall-Version“ würde Tenness (Element 117) nicht wie ein typisches Metallstück wirken, sondern eher wie ein spröder, matter Feststoff: Oberfläche/Farbe: eher...
Fühlt sich Antimon wie ein Metall an?
Ja. Antimon (Sb) ist ein metallisches Element und fühlt sich typischerweise „metallisch“ an: hart, kühl und glatt, ähnlich wie viele Metalle. Allerdings ist es sehr sprö...
Ist Astat ein Nichtmetall?
Nein. Astat (At) wird in der Regel als Halbmetall (Metalloid) eingestuft; es gehört zu den Halogenen, ist aber im Vergleich zu den typischen Nichtmetallen dieser Gruppe deutlich „metallisch...
Wird schwarzes Selen als Gamma-Selen bezeichnet?
Nein. „Gamma‑Selen“ ist keine gängige oder korrekte Bezeichnung für „schwarzes Selen“. Schwarzes Selen meint üblicherweise amorphes (glasiges) Selen bzw. sehr fe...
Wird rotes Selen auch Beta-Selen genannt?
Ja. Rotes Selen wird häufig als β‑Selen (beta‑Selen) bezeichnet; es ist eine amorphe bzw. überwiegend ringförmige (z. B. Se₈) Modifikation. Zum Vergleich: graues/metallisches Selen...
Wird graues Selen auch Alpha-Selen genannt?
Ja. Graues Selen wird üblicherweise als α‑Selen (alpha‑Selen) bezeichnet; es ist die trigonale, metallisch leitfähige Modifikation von Selen. (Daneben gibt es u. a. rotes, amorphes Sel...