Wie funktioniert das Messprinzip der Konduktometrie?
Antwort vom**Konduktometrie misst die elektrische Leitfähigkeit einer Lösung – und damit indirekt, wie viele frei bewegliche Ionen darin vorhanden sind. Je mehr und je beweglicher die Ionen, desto höher die Leitfähigkeit.** ## Messprinzip Zwischen zwei Elektroden wird eine Wechselspannung angelegt. Die Ionen in der Lösung wandern im elektrischen Feld und transportieren Ladung. Aus dem gemessenen elektrischen Widerstand bzw. Leitwert wird die Leitfähigkeit der Lösung berechnet. Entscheidend ist also nicht „der Stoff an sich“, sondern wie stark er in Ionen vorliegt und wie gut diese sich bewegen können. ## Wovon das Signal abhängt Die Leitfähigkeit steigt vor allem mit: - höherer Ionenkonzentration - stärkerer Dissoziation des Stoffes - größerer Beweglichkeit der Ionen - höherer Temperatur Das ist der wichtige Punkt: Eine konduktometrische Messung reagiert nicht spezifisch auf ein einzelnes Ion, sondern auf die Summe aller leitfähigen Ionen in der Probe. ## Praktische Bedeutung Konduktometrie eignet sich besonders gut, wenn sich während einer Reaktion die Zahl oder Art der Ionen deutlich ändert, zum Beispiel bei einer Titration. Typisches Beispiel: Bei einer Säure-Base-Titration ändert sich die Leitfähigkeit charakteristisch, weil sehr bewegliche H₃O⁺- oder OH⁻-Ionen verbraucht bzw. gebildet werden. Der Äquivalenzpunkt lässt sich dadurch oft klar erkennen. ## Wichtiger Unterschied Konduktometrie misst **nicht direkt die Konzentration eines bestimmten Stoffes**, sondern zuerst nur die elektrische Leitfähigkeit. Eine Stoffkonzentration lässt sich daraus nur ableiten, wenn das System bekannt ist oder kalibriert wurde.