Ist es grundsätzlich unmöglich, makroskopische Mengen Tennessin herzustellen?

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Nein, „absolut unmöglich“ ist es nicht – aber nach heutigem Stand ist es praktisch unerreichbar, makroskopische Mengen (sicht- oder wägbare Mengen wie Milligramm oder gar Gramm) von Tenness (Element 117) herzustellen. - **Herstellung nur atomweise:** Tenness wird in Teilchenbeschleunigern durch Kernfusion erzeugt (schwere Ionen auf schwere Targets). Die Produktionsraten liegen typischerweise bei **einzelnen Atomen** über lange Messzeiten, nicht bei chemisch handhabbaren Mengen. - **Extrem kurze Halbwertszeiten:** Die bekannten Isotope von Tenness zerfallen in **Millisekunden bis Sekunden**. Selbst wenn man mehr produzieren könnte, würde es fast sofort wieder verschwinden – eine „Ansammlung“ zu makroskopischen Mengen ist dadurch fundamental begrenzt. - **Skalierungsproblem der Reaktionswahrscheinlichkeit:** Die Fusions-„Trefferwahrscheinlichkeit“ (Wirkungsquerschnitt) für so schwere Kerne ist extrem klein. Um auf makroskopische Mengen zu kommen, müsste man die Produktion um viele Größenordnungen steigern – weit jenseits realistischer Strahlintensitäten, Target-Belastbarkeit, Kühlung und Strahlzeit. - **Theoretische Ausnahmen sind spekulativ:** Nur falls es bislang unbekannte, deutlich langlebigere Isotope im Bereich der „Insel der Stabilität“ gäbe (mit Halbwertszeiten von Tagen/Jahren) *und* man sie effizient erzeugen könnte, würde „makroskopisch“ überhaupt physikalisch Sinn ergeben. Für Tenness selbst gibt es dafür derzeit keine belastbare Grundlage. Kurz: **Nicht absolut unmöglich im logischen Sinn**, aber **mit heutiger Physik/Technik und den bekannten Eigenschaften von Tenness praktisch ausgeschlossen**, makroskopische Mengen herzustellen.