Vermehren sich Lactobazillen mit H2O2?

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**Nein: H2O2 „vermehrt“ Lactobazillen nicht. Umgekehrt produzieren manche Lactobazillen Wasserstoffperoxid, und das gilt eher als Zeichen einer gesunden Vaginalflora als als Wachstums-Booster.** ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-028l_S2k_Bakterielle-Vaginose_2023-07.pdf)) Entscheidend ist der Unterschied zwischen **Ursache und Marker**: Nicht H2O2 sorgt primär dafür, dass sich Lactobazillen vermehren, sondern bestimmte Lactobazillus-Arten bilden H2O2 zusätzlich zu Milchsäure. Bei bakterieller Vaginose fehlen genau diese H2O2- und milchsäurebildenden Lactobazillen oft. ([cdc.gov](https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/bv.htm)) ## Wichtiges Missverständnis **Wasserstoffperoxid selbst auf die Schleimhaut zu bringen ist keine sinnvolle Methode, um Lactobazillen aufzubauen.** Die Schutzwirkung der Vaginalflora hängt vor allem am sauren pH durch Milchsäure und an der gesamten mikrobiellen Balance; die Rolle von H2O2 ist biologisch interessant, aber als praktische „Förderung“ von Lactobazillen nicht belegt. ([pmc.ncbi.nlm.nih.gov](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10215881/)) ## Praktische Konsequenz Wenn es um den Aufbau einer gesunden Scheidenflora geht, ist die wichtigere Frage nicht „mehr H2O2?“, sondern **warum die Lactobazillen fehlen** — zum Beispiel nach Antibiotika, bei bakterieller Vaginose oder durch Spülungen. Vaginalduschen können das Gleichgewicht stören, und für Probiotika als Ersatztherapie bei bakterieller Vaginose gibt es laut CDC keine ausreichende Evidenz. ([cdc.gov](https://www.cdc.gov/bacterial-vaginosis/about/index.html)) Bei Beschwerden wie Geruch, Ausfluss oder Brennen ist deshalb die klare Konsequenz: **nicht mit H2O2 experimentieren, sondern die Ursache gynäkologisch abklären lassen.** ([cdc.gov](https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/bv.htm))

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