Die Inhibition des Komplex I in der mitochondrialen Atmungskette hat eine signifikante Auswirkung auf den P/O-Quotienten. Der P/O-Quotient gibt das Verhältnis von synthetisierten ATP-Molekülen (P) zu den verbrauchten Sauerstoffatomen (O) an. Komplex I (NADH:Ubiquinon-Oxidoreduktase) ist der erste Schritt in der Elektronentransportkette und spielt eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Elektronen von NADH auf Ubiquinon (Coenzym Q). Diese Elektronenübertragung ist gekoppelt mit dem Pumpen von Protonen aus der mitochondrialen Matrix in den Intermembranraum, was zur Bildung eines Protonengradienten führt, der für die ATP-Synthese genutzt wird. Wenn Komplex I inhibiert wird, können die Elektronen aus NADH nicht mehr in die Elektronentransportkette eintreten. Dies führt zu mehreren Konsequenzen: 1. **Reduzierte ATP-Synthese**: Da weniger Elektronen durch die Kette fließen, wird weniger Protonenpumpen und somit weniger ATP durch die ATP-Synthase produziert. 2. **Verringerter Sauerstoffverbrauch**: Da die Elektronen nicht mehr effizient durch die Kette fließen, wird auch weniger Sauerstoff als terminaler Elektronenakzeptor benötigt. 3. **Änderung des P/O-Quotienten**: Da der P/O-Quotient das Verhältnis von ATP-Produktion zu Sauerstoffverbrauch darstellt, führt die Inhibition von Komplex I zu einer Verringerung dieses Quotienten. Dies liegt daran, dass die ATP-Produktion stärker abnimmt als der Sauerstoffverbrauch, da andere Komplexe (wie Komplex II) weiterhin Elektronen in die Kette einspeisen können, jedoch weniger effizient. Zusammengefasst führt die Inhibition von Komplex I zu einer Reduktion des P/O-Quotienten, da die Effizienz der ATP-Synthese im Verhältnis zum Sauerstoffverbrauch abnimmt.