Was bedeutet Turn-Taking in der Frühpädagogik?

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**Turn-Taking bedeutet in der Frühpädagogik schlicht: abwechselnd handeln oder sprechen. Kinder lernen dabei, auf ihr Signal zu warten, den Beitrag des anderen wahrzunehmen und dann selbst passend zu reagieren.** ## Warum das wichtig ist Turn-Taking ist keine bloße Höflichkeitsregel, sondern eine Grundfähigkeit für Sprache, Spiel und soziales Miteinander. Ein Kind lernt dadurch: *Jetzt bist du dran, dann ich*. Genau das steckt später in fast allem: im Gespräch, beim gemeinsamen Spielen, beim Vorlesen, im Morgenkreis und sogar bei Konflikten. Forschung und Praxis beschreiben Turn-Taking deshalb als frühe Basis von Kommunikation und Selbstregulation. ([socialsci.libretexts.org](https://socialsci.libretexts.org/Bookshelves/Early_Childhood_Education/Infant_and_Toddler_Care_and_Development_%28Taintor_and_LaMarr%29/13%3A_Supporting_Language_in_Group_Care/13.03%3A_Strategies_that_Support_Language_Development/13.3.02%3A_Strategies_that_Support_Language_Development-Turn-taking)) ## In der Kita heißt das konkret Turn-Taking zeigt sich zum Beispiel, wenn Kinder - im Gespräch abwechselnd sprechen, - beim Ballspiel nacheinander dran sind, - beim Brettspiel auf ihren Zug warten, - beim Singen oder Reimen auf ein Einsatzsignal reagieren, - im Dialog mit einer Fachkraft auf Blick, Geste oder Sprache antworten. Wichtig ist: Turn-Taking beginnt schon **vor** dem Sprechen. Auch Blickkontakt, Mimik, Gesten, Laute oder das Weitergeben eines Gegenstands sind bereits echte wechselseitige „Züge“ in der Interaktion. ([lena.org](https://www.lena.org/resources/tip-sheets/turn-taking-with-non-talkers/)) ## Häufiges Missverständnis Turn-Taking ist nicht dasselbe wie „teilen“. Teilen betrifft Besitz oder Material. Turn-Taking betrifft die **Abfolge**: Wer ist jetzt dran, wer wartet, wer reagiert auf wen Ein Kind kann also gut teilen und trotzdem Probleme mit Turn-Taking haben – etwa wenn es ständig dazwischenruft oder im Spiel nicht abwarten kann. Genau dieser Unterschied wird in pädagogischen Materialien oft zu ungenau erklärt. ([eclearningil.org](https://www.eclearningil.org/activities/sharing-and-taking-turns)) ## Praktische Bedeutung Für die Frühpädagogik heißt das: Turn-Taking wird nicht nur eingefordert, sondern aktiv aufgebaut – durch klare Rituale, kurze Wartezeiten, vorhersehbare Spiele und sprachliches Modellieren. Der entscheidende Punkt ist: Kinder lernen Abwechseln nicht durch Ermahnungen, sondern durch viele kleine, gut strukturierte Interaktionen. Ein einfaches Beispiel ist ein Ballspiel mit immer gleichem Muster: „Ich rolle – du rollst.“ Das ist oft wirksamer als bloß zu sagen: „Warte mal kurz.“ ([en.commtap.org](https://en.commtap.org/language-communication/turn-taking))

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