Woher stammt das Wort „Mitteilung“ etymologisch, was bedeutet es und wie ist es gebildet?

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**„Mitteilung“ bedeutet die Weitergabe von Information; etymologisch steckt darin wörtlich das „Zuteilen“ oder „Anteil-Geben“ – das Wort ist also nicht bloß „Nachricht“, sondern ursprünglich ein Teilungswort.** ## Bedeutung Heute hat **Mitteilung** vor allem diese Bedeutungen: 1. **Nachricht / Information** - eine mündliche oder schriftliche Information - Beispiel: „Ich habe eine wichtige Mitteilung.“ 2. **Bekanntgabe** - etwas wird offiziell oder förmlich mitgeteilt - Beispiel: „Die Mitteilung der Behörde erfolgt schriftlich.“ 3. **sprachwissenschaftlich etwas älter oder gehobener: das Mitteilen selbst** - also der Vorgang der Informationsweitergabe Der Ton des Wortes ist oft etwas **förmlicher** als **Nachricht**. Eine **Mitteilung** klingt eher sachlich, offiziell oder schriftlich; **Nachricht** ist breiter und alltagssprachlicher. ## Etymologie **Mitteilung** gehört zum Verb **mitteilen**. Dieses Verb setzt sich historisch zusammen aus: - **mit-** - **teilen** Entscheidend ist aber: Das **mit-** bedeutet hier nicht einfach nur „zusammen mit“ im heutigen oberflächlichen Sinn, sondern verweist auf **Anteil geben**, **jemanden an etwas teilhaben lassen**. Das Grundverb **teilen** bedeutete ursprünglich: - teilen - aufteilen - zuteilen - Anteile geben Daraus entwickelte sich **mitteilen** im Sinn von: - jemandem etwas zukommen lassen - jemanden an einem Wissen oder Inhalt teilhaben lassen - etwas bekanntgeben Und daraus wiederum entstand das Substantiv **Mitteilung**: - das Mitteilen - das Mitgeteilte - die weitergegebene Information ## Wortbildung: Vorsilbe oder nicht Ja: **Mitteilung** ist ein **abgeleitetes Substantiv** zu **mitteilen**. Die Struktur ist: - **mit-** = Präfix / Verbzusatz - **teil** = Wortstamm aus **teilen** - **-ung** = Suffix zur Bildung eines Substantivs aus einem Verb Also: **mit + teil + ung** Wichtig ist der Unterschied: - **teilen** = etwas in Teile zerlegen oder aufteilen - **mitteilen** = jemandem etwas „zuteilen“ im übertragenen Sinn, also Information geben - **Mitteilung** = das Ergebnis oder der Akt dieses Mitteilens ## Ist „mit-“ hier wirklich eine Vorsilbe Ja, im heutigen Deutschen kann man **mit-** hier als **Vorsilbe / Präfix** beschreiben. Genauer gesagt ist es bei **mitteilen** ein **verbales Präfix bzw. ein trennbarer Verbzusatz**: - ich **teile** dir etwas **mit** - er **teilte** es mir **mit** - die **Mitteilung** Das ist ein wichtiger Unterschied zu untrennbaren Vorsilben wie **be-**, **ver-**, **ent-**. **Mit-** ist hier **trennbar**. ## Sprachgeschichtlich wichtig Der eigentliche Kern der Bedeutung ist nicht einfach „sprechen“, sondern **„Anteil geben“**. Das ist der interessante Punkt, den viele Erklärungen auslassen: - Eine **Nachricht** ist einfach eine Information. - Eine **Mitteilung** ist sprachgeschichtlich etwas, woran jemand **Anteil erhält**. Das erklärt sehr gut, warum das Wort so gebildet ist. ## Verwandte Wörter Mit **Mitteilung** verwandt sind: - **mitteilen** - **Anteil** - **Teil** - **teilhaben** - **beteiligen** - **Verteilung** - **zuteilen** Daran sieht man, dass die Wortfamilie um **Teil** ursprünglich stark mit **Anteil, Aufteilung, Beteiligung** zusammenhängt. ## Bedeutungsunterschied zu ähnlichen Wörtern ### Mitteilung - eher sachlich - oft offiziell oder schriftlich - betont die Weitergabe eines Inhalts ### Nachricht - allgemeiner - im Alltag häufiger - kann privat, medial oder offiziell sein ### Bekanntmachung - noch offizieller - stärker öffentlich - oft von Behörden, Institutionen, Unternehmen ## Kurz zerlegt **Mitteilung = mit- + Teil + -ung** - **mit-** = Anteil geben / teilhaben lassen - **Teil** = Anteil, Teilstück - **-ung** = macht aus dem Verb ein Hauptwort ## Fazit **„Mitteilung“ stammt etymologisch aus „mitteilen“ und bedeutet ursprünglich, jemanden an etwas teilhaben zu lassen. Das Wort besteht tatsächlich aus dem trennbaren Präfix „mit-“, dem Stamm „teil“ und dem Suffix „-ung“. Die heutige Bedeutung „Information“ ist also aus der älteren Grundidee des „Anteil-Gebens“ entstanden.**