Warum gilt ein FH-Abschluss als weniger wertvoll als ein Uni-Abschluss?

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Ein Abschluss von einer Fachhochschule (FH) wird in Deutschland und einigen anderen Ländern oft als „weniger wert“ angesehen als ein Universitätsabschluss. Das liegt an mehreren Faktoren: 1. **Theoretische Tiefe:** Universitäten legen mehr Wert auf wissenschaftliche Theorie und Forschung. FHs sind stärker praxisorientiert und bereiten gezielt auf die Anwendung im Beruf vor. 2. **Promotion:** Mit einem Uni-Abschluss (z. B. Master) ist der direkte Zugang zur Promotion (Doktorarbeit) möglich. Mit einem FH-Abschluss ist das oft schwieriger oder mit zusätzlichen Auflagen verbunden. 3. **Ansehen in der Wissenschaft:** In wissenschaftlichen und forschungsorientierten Berufen oder bei einer akademischen Karriere wird ein Uni-Abschluss meist bevorzugt. 4. **Tradition und Vorurteile:** Es gibt historisch gewachsene Vorurteile, dass Uni-Absolventen „besser ausgebildet“ seien, obwohl sich die Unterschiede durch die Bologna-Reform (Bachelor/Master) verringert haben. 5. **Arbeitsmarkt:** In vielen Branchen und Unternehmen werden FH- und Uni-Abschlüsse heute gleichwertig anerkannt, vor allem im Ingenieurwesen, in der Informatik oder in der Wirtschaft. In anderen Bereichen (z. B. Forschung, höhere Verwaltung) kann ein Uni-Abschluss Vorteile bringen. Wichtig: Die tatsächliche „Wertigkeit“ hängt stark vom Berufsziel, der Branche und dem individuellen Arbeitgeber ab. In der Praxis zählen oft auch Berufserfahrung, Soft Skills und persönliche Leistungen.

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