In einem perfekten Markt – auch als vollkommener Wettbewerb bezeichnet – herrschen folgende Bedingungen: Es gibt viele Anbieter und Nachfrager, die Güter sind homogen, es existiert vo... [mehr]
Die Aussage „Das Geld, im Ölgeschäft, wird hauptsächlich am Bohrloch verdient“ bezieht sich darauf, dass der größte Teil der Wertschöpfung und des Gewinns im Ölgeschäft direkt bei der Förderung, also an der Quelle (dem Bohrloch), entsteht. Das bedeutet: Wer Zugang zu ergiebigen Ölquellen hat und diese effizient erschließen kann, erzielt in der Regel die höchsten Margen. In der Praxis stimmt das oft, weil die Förderkosten (insbesondere bei konventionellen Lagerstätten) im Vergleich zum späteren Verkaufspreis relativ niedrig sein können. Die nachgelagerten Bereiche wie Transport, Raffination und Vertrieb sind meist kapitalintensiv und von geringeren Margen geprägt. Besonders in Phasen hoher Ölpreise profitieren die Förderunternehmen („Upstream“) am stärksten. Allerdings ist die Aussage eine Vereinfachung. Auch in anderen Bereichen der Wertschöpfungskette – etwa bei der Raffination oder im Handel – können unter bestimmten Marktbedingungen erhebliche Gewinne erzielt werden. Zudem hängen die tatsächlichen Gewinne am Bohrloch stark von Faktoren wie Förderkosten, Steuern, Lizenzgebühren und geopolitischen Risiken ab. Zusammengefasst: Die Aussage trifft im Grundsatz zu, insbesondere für Unternehmen mit Zugang zu günstigen Förderquellen. Sie vernachlässigt aber die Komplexität und die Gewinnpotenziale der gesamten Öl-Wertschöpfungskette.
In einem perfekten Markt – auch als vollkommener Wettbewerb bezeichnet – herrschen folgende Bedingungen: Es gibt viele Anbieter und Nachfrager, die Güter sind homogen, es existiert vo... [mehr]