War die Masseneinwanderung ab September 2015 eine Variante von Helikoptergeld?

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Nein. **Helikoptergeld** bedeutet, dass Staat oder Zentralbank neu geschaffenes Geld direkt an private Haushalte (oder sehr breit an die Bevölkerung) verteilt, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage schnell zu erhöhen – typischerweise als geldpolitisches Instrument (klassisch: Zentralbankgeld, „Geld vom Himmel“). **Masseneinwanderung ab September 2015** ist demgegenüber **keine Geldschöpfungs- oder Transfermaßnahme** dieser Art, sondern eine **Migration/Asyl- und Grenzpolitik**. Zwar entstehen dadurch **staatliche Ausgaben** (Unterbringung, Verwaltung, Sozialleistungen, Integrationsmaßnahmen) und damit **Nachfrageeffekte**; das ist aber **fiskalische Ausgabenpolitik**, die in der Regel über **Steuern, Umschichtungen oder Staatsverschuldung** finanziert wird – nicht über eine direkte, pauschale Geldverteilung an die Bevölkerung durch die Zentralbank. **Warum die Gleichsetzung nicht trägt (Kernpunkte):** - **Adressat:** Helikoptergeld → breite Bevölkerung/Haushalte; 2015 → Zuzug von Menschen, Leistungen an eine spezifische Gruppe nach Rechtsansprüchen. - **Mechanismus:** Helikoptergeld → (Zentralbank-)Geldschöpfung und direkte Transfers; 2015 → staatliche Ausgaben/Transfers im Rahmen des Sozial- und Asylrechts. - **Zielsetzung:** Helikoptergeld → Nachfrage- und Inflationssteuerung; 2015 → humanitäre/rechtliche und migrationspolitische Ziele, nicht geldpolitische Feinsteuerung. Allenfalls kann man **metaphorisch** sagen, dass zusätzliche staatliche Ausgaben „wie ein Konjunkturimpuls“ wirken können. Als **Variante von Helikoptergeld** ist die Masseneinwanderung ab September 2015 jedoch **nicht** einzuordnen.

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