Aus marxistischer Sicht ist der Begriff „Mehrwert“ zentral: Er bezeichnet den Wert, den Arbeiter*innen im Produktionsprozess schaffen, der aber über ihren eigenen Lohn hinausgeht und vom Kapitalisten als Profit angeeignet wird. Der Mehrwert entsteht also durch menschliche Arbeitskraft. Künstliche Intelligenz (KI) ist aus marxistischer Perspektive ein Produktionsmittel, vergleichbar mit Maschinen. Sie kann die Produktivität steigern, indem sie menschliche Arbeit ersetzt oder unterstützt. Allerdings „schafft“ KI selbst keinen Mehrwert im marxistischen Sinne, weil sie keine lebendige Arbeitskraft ist. Nur menschliche Arbeit kann laut Marx Wert und damit Mehrwert erzeugen. Maschinen (und damit auch KI) übertragen lediglich den bereits in ihnen enthaltenen Wert (also die Arbeitszeit, die zu ihrer Herstellung nötig war) auf das Produkt. Allerdings kann KI dazu beitragen, dass der einzelne Arbeiter produktiver wird, sodass in derselben Zeit mehr Waren produziert werden. Das kann kurzfristig den Mehrwert für den Kapitalisten erhöhen, weil weniger Lohnkosten auf mehr Produkte verteilt werden. Langfristig führt eine weitgehende Automatisierung aber laut Marx zu einer Tendenz des Falls der Profitrate, weil der Anteil der lebendigen Arbeit (und damit der Quelle des Mehrwerts) sinkt. Zusammengefasst: - KI kann aus marxistischer Sicht keinen eigenen Mehrwert schaffen, weil sie keine lebendige Arbeitskraft ist. - Sie kann aber die Ausbeutung menschlicher Arbeit intensivieren und so kurzfristig den Mehrwert steigern. - Langfristig könnte eine extensive Nutzung von KI die Profitrate senken, weil der Anteil menschlicher Arbeit (und damit die Quelle des Mehrwerts) abnimmt. Weitere Informationen zu Marx’ Mehrwerttheorie findest du z.B. hier: https://www.marxists.org/deutsch/lexikon/m/meh/mehrwert.htm