Die orale Gabe von Hyaluronsäure (HA) bei Tieren, insbesondere bei Hunden und Pferden, wird häufig zur Unterstützung der Gelenkgesundheit beworben. Die wissenschaftliche Evidenz für klinisch relevante Effekte ist jedoch begrenzt. **Wissenschaftlicher Stand:** - Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und des Knorpels. - Nach oraler Aufnahme wird HA im Verdauungstrakt größtenteils in kleinere Bestandteile zerlegt. Es gibt Hinweise, dass ein kleiner Teil resorbiert werden kann, aber die Bioverfügbarkeit ist gering. - Klinische Studien an Hunden und Pferden zeigen uneinheitliche Ergebnisse. Viele Studien weisen methodische Schwächen auf (z.B. kleine Fallzahlen, fehlende Kontrollgruppen). - Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen kommen meist zu dem Schluss, dass die Evidenz für einen signifikanten klinischen Nutzen von oral verabreichter Hyaluronsäure bei Tieren nicht ausreichend ist. **Fazit:** Aktuell gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass oral verabreichte Hyaluronsäure bei Tieren klinisch relevante Effekte auf die Gelenkgesundheit hat. Die Wirksamkeit ist nicht eindeutig nachgewiesen, weshalb die Aussage „keine klinischen Effekte“ aus wissenschaftlicher Sicht gerechtfertigt ist. **Quellen:** - [European College of Veterinary Surgeons – Hyaluronic Acid in Osteoarthritis](https://www.ecvs.org/services/consensus_statements.php) - [National Center for Biotechnology Information – Oral Hyaluronic Acid: A Review](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5579659/) Für eine gezielte Therapie von Gelenkerkrankungen sollten evidenzbasierte Maßnahmen bevorzugt werden.