Die Unterscheidung zwischen konzeptuell mündlicher und konzeptuell schriftlicher Sprachverwendung bezieht sich darauf, wie Sprache verwendet wird – unabhängig davon, ob sie tatsächlich gesprochen oder geschrieben wird. Es geht also um die Merkmale und Strukturen, die typischerweise mit Mündlichkeit oder Schriftlichkeit verbunden sind. **Konzeptuell mündliche Sprachverwendung**: - Ist geprägt von Spontaneität, Dialogizität und Situationsgebundenheit. - Typische Merkmale sind: einfache Satzstrukturen, Ellipsen, Wiederholungen, Füllwörter, Umgangssprache, direkte Ansprache, häufige Rückbezüge auf den Gesprächskontext. - Beispiel: Ein Chat, der zwar geschrieben ist, aber wie ein Gespräch funktioniert („Hey, wie geht’s? – Gut, und dir?“). **Konzeptuell schriftliche Sprachverwendung**: - Ist geprägt von Planung, Monologizität und Kontextunabhängigkeit. - Typische Merkmale sind: komplexe Satzstrukturen, elaborierter Wortschatz, vollständige Sätze, weniger Wiederholungen, seltene Füllwörter, Distanz zum Adressaten. - Beispiel: Ein wissenschaftlicher Aufsatz oder ein formeller Brief. **Wichtig:** Die Unterscheidung ist unabhängig vom Medium. Ein gesprochener Vortrag kann konzeptuell schriftlich sein (z.B. abgelesene Rede), während ein Chat konzeptuell mündlich sein kann, obwohl er geschrieben ist. Weitere Informationen findest du z.B. bei [Wikipedia: Mündlichkeit und Schriftlichkeit](https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCndlichkeit_und_Schriftlichkeit).