Die alexandrinischen Philologen entwickelten die Akzentzeichen über altgriechischen Wörtern, um die richtige Aussprache und Betonung der Wörter festzuhalten und zu standardisieren. Im klassischen Altgriechisch wurde die Betonung zwar gesprochen, aber nicht schriftlich markiert. Mit der Zeit, besonders im Hellenismus (ab dem 3. Jahrhundert v. Chr.), veränderte sich die griechische Sprache: Die Unterscheidung zwischen Tonhöhe (musikalischer Akzent) und Lautstärke (dynamischer Akzent) ging verloren, und die Gefahr von Missverständnissen stieg, besonders für Nicht-Muttersprachler und beim Lesen älterer Texte. Die Philologen in Alexandria, allen voran Aristophanes von Byzanz, führten deshalb Akzentzeichen ein, um die korrekte Aussprache zu bewahren und das Verständnis der klassischen Literatur zu erleichtern. So konnten auch spätere Generationen die alten Texte richtig lesen und interpretieren. Die Akzentzeichen halfen außerdem beim Erlernen der Sprache und bei der Unterscheidung gleich geschriebener, aber unterschiedlich betonter Wörter mit verschiedener Bedeutung.