Wenn dein Beckenboden nach Schwangerschaft und Geburt noch geschwächt ist, solltest du mit Kampfsport nicht einfach loslegen: Starte erst, wenn Hüpfen, schnelles Richtungswechseln, Husten un...
Nach der Geburt des 2. Kindes kein Beckenbodentraining gemacht – ist Taekwondo eine gute Idee?
Antwort vom**Ja – aber nicht als direkter Kaltstart. Taekwondo ist wegen Springen, schnellen Richtungswechseln und Kicks eine Belastung für den Beckenboden; ohne vorherigen Aufbau steigt das Risiko für Urinverlust, Druckgefühl nach unten, Schmerzen oder eine spätere Senkung.** ([nhs.uk](https://www.nhs.uk/conditions/urinary-incontinence/10-ways-to-stop-leaks/)) ## Entscheidend ist nicht, dass du „kein Training gemacht hast“ Wichtiger ist, **wie dein Beckenboden jetzt funktioniert**. Auch lange nach der Geburt können Beschwerden noch bestehen oder erst bei Sport auffallen, weil Schwangerschaft und Geburt Muskeln, Nerven und Bindegewebe im Beckenboden geschwächt haben. Typische Warnzeichen sind Urinverlust beim Hüpfen, Schwere- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide, Schmerzen im Becken oder Rücken sowie Probleme mit Stuhl oder Blase. ([mayoclinic.org](https://www.mayoclinic.org/medical-professionals/physical-medicine-rehabilitation/news/advancing-care-for-childbirth-related-pelvic-floor-disorders/mqc-20567811/?vp=mpg-20466963)) Das heißt praktisch: **Taekwondo ist nur dann eine gute Idee, wenn du belastbar einsteigst und nicht erst im Training testest, ob dein Beckenboden mithält.** Hohe Belastung verschlechtert bestehende Schwäche oft eher, statt sie „wegzutrainieren“. ([nhs.uk](https://www.nhs.uk/conditions/urinary-incontinence/10-ways-to-stop-leaks/)) ## So wäre der sinnvolle Weg Starte 2–6 Wochen mit Aufbau statt sofort mit vollem Sparring oder Sprungtraining: - täglich Beckenbodentraining - dazu Rumpf- und Hüftstabilität - erst dann Techniktraining ohne Sprünge - danach leichte Kicks und kontrollierte Belastung - Sprünge, explosive Kombinationen und intensives Sparring erst zuletzt Ein guter Praxistest ist: **Wenn du 10–20 kleine Hüpfer, zügiges Treppensteigen oder einen kurzen Lauf ohne Druckgefühl, Ziehen oder Urinverlust schaffst, ist das ein deutlich besseres Zeichen als „fühlt sich eigentlich okay an“.** Diese stufenweise Rückkehr passt auch zu allgemeinen Empfehlungen, nach der Geburt zunächst mit einfachen, eher niedrig belastenden Übungen zu beginnen und den Beckenboden gezielt zu trainieren. ([mayoclinic.org](https://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/labor-and-delivery/in-depth/exercise-after-pregnancy/art-20044596?pg=2)) ## Wann du vorher zur Beckenboden-Physio solltest Nicht „erst mal probieren“, sondern vorher abklären, wenn du eines davon hast: - Urinverlust beim Husten, Rennen, Hüpfen - Druck oder „etwas rutscht nach unten“ - Schmerzen beim Sport, Sex oder im Becken - deutliche Rektusdiastase mit Instabilitätsgefühl - sehr schwere oder instrumentelle Geburten in der Vorgeschichte Bei Inkontinenz ist angeleitetes Beckenbodentraining die Standard-Erstmaßnahme; oft werden **12 bis 16 Wochen** empfohlen, idealerweise mit Kontrolle, ob du die Muskeln wirklich richtig anspannst. ([acog.org](https://www.acog.org/womens-health/faqs/urinary-incontinence)) ## Klare Einschätzung **Taekwondo kann eine gute Idee sein, aber erst nach einem kurzen Beckenboden-Aufbau und nicht als sofortiger Einstieg in High-Impact-Training.** Wenn du aktuell beschwerdefrei bist, spricht das für einen vorsichtigen Start. Wenn du schon bei Hüpfen, Niesen oder Tragen Probleme merkst, ist Taekwondo im jetzigen Zustand eher keine gute Idee.
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