Ludger Jansen ist ein deutscher Philosoph, der vor allem zu Metaphysik, Wissenschaftsphilosophie und Ontologie arbeitet; aktuell lehrt er an der PTH Brixen und ist außerdem außerplanmä...
Was ist die Kernthese von Ludger Jansens Aufsatz zur Geschichtswissenschaft?
Antwort vom**Jansens Kernthese ist: Geschichtswissenschaft bleibt eine echte Wissenschaft, obwohl historische Erkenntnis immer quellengebunden, fehlbar und perspektivisch ist. Gerade deshalb kommt es entscheidend auf die intellektuellen Tugenden des Historikers an.** ([philarchive.org](https://philarchive.org/rec/JANDWD-3)) Jansen wendet sich damit gegen die verkürzte Annahme, Geschichte sei wegen Deutung, Standortgebundenheit oder Werturteilen bloß subjektive Erzählung. Seine Gegenposition lautet: Diese Bedingungen zerstören den Wissenschaftscharakter nicht, sie verschärfen nur die Anforderungen an sauberes historisches Arbeiten. ([philarchive.org](https://philarchive.org/rec/JANDWD-3)) ## Was daran der eigentliche Punkt ist Der zentrale Gedanke ist nicht einfach „Geschichte kann wahr sein“, sondern präziser: Historische Wahrheit entsteht nicht trotz, sondern unter den Bedingungen von Unsicherheit, Quellenabhängigkeit und Interpretation. Deshalb sind Tugenden wie Genauigkeit, Urteilskraft, Fairness gegenüber Quellen und methodische Selbstkritik für Historiker keine Nebensache, sondern der Kern wissenschaftlicher Qualität. ([philarchive.org](https://philarchive.org/rec/JANDWD-3)) ## Praktische Konsequenz Für die Geschichtswissenschaft bedeutet das: Objektivität heißt bei Jansen nicht völlige Perspektivlosigkeit, sondern kontrollierte, methodisch disziplinierte Urteilsbildung. Der Unterschied ist wichtig, weil viele Einführungen zu oberflächlich zwischen „objektiv“ und „subjektiv“ trennen; Jansen zeigt stattdessen, warum historische Forschung gerade als reflektierte, tugendgeleitete Praxis wissenschaftlich ist. ([philarchive.org](https://philarchive.org/rec/JANDWD-3)) Kurz gesagt: **Nicht die Abwesenheit von Perspektive macht Geschichte wissenschaftlich, sondern der verantwortliche Umgang mit Perspektive.** ([philarchive.org](https://philarchive.org/rec/JANDWD-3))