Ludwig Fleck hat den Begriff "Denkstil" in seinem Werk **„Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv“** entwickelt. Dieses Buch erschien erstmals 1935. Mit „Denkstil“ meint Fleck die spezifische Art und Weise, wie eine bestimmte Gemeinschaft von Wissenschaftlern (das „Denkkollektiv“) die Welt betrachtet, Fragen stellt, Probleme formuliert und Lösungen akzeptiert. Ein Denkstil umfasst also die gemeinsamen Annahmen, Methoden, Werte und Wahrnehmungsmuster, die das wissenschaftliche Arbeiten innerhalb einer Gruppe prägen. Erkenntnisse und wissenschaftliche Tatsachen sind laut Fleck immer das Ergebnis eines solchen kollektiven Denkstils und nicht rein objektiv oder unabhängig von sozialen und historischen Kontexten.