Im Faschismusverständnis der Kritischen Theorie, insbesondere bei Theoretikern wie Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, spielt Antisemitismus eine zentrale Rolle. Die Kritische Theorie analysiert Faschismus nicht nur als politisches oder ökonomisches Phänomen, sondern auch als Ausdruck tieferliegender gesellschaftlicher und psychologischer Strukturen. Antisemitismus wird dabei als ein zentrales Element faschistischer Ideologie verstanden. In der „Dialektik der Aufklärung“ (1944) und in den „Studien über Autorität und Familie“ sowie in „Elemente des Antisemitismus“ (im „Dialektik der Aufklärung“-Band) analysieren Horkheimer und Adorno Antisemitismus als ein Symptom autoritärer Gesellschaften. Sie sehen ihn als Projektionsmechanismus: Gesellschaftliche Widersprüche und Ängste werden auf eine Minderheit (die Juden) projiziert, die als Sündenbock dient. Für die Kritische Theorie ist Antisemitismus nicht bloß ein Vorurteil unter vielen, sondern ein zentrales Bindeglied im faschistischen Weltbild. Er ist Ausdruck irrationaler, destruktiver Tendenzen in der Gesellschaft und ein Mittel zur Mobilisierung und Integration der Massen im Faschismus. Antisemitismus wird als „Wahn“ beschrieben, der sich aus der Unfähigkeit speist, gesellschaftliche Widersprüche rational zu durchdringen. Zusammengefasst: Antisemitismus ist für die Kritische Theorie ein konstitutives Element des Faschismus. Er ist Ausdruck gesellschaftlicher Pathologien, dient der Herrschaftsstabilisierung und ist ein zentrales Analysefeld, um die Funktionsweise faschistischer Ideologien und Bewegungen zu verstehen. Weitere Informationen zu den genannten Werken findest du z.B. hier: - [Dialektik der Aufklärung (Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufkl%C3%A4rung) - [Theodor W. Adorno (Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno) - [Max Horkheimer (Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer)