Lackrisse am Halsansatz einer E-Gitarre sind ein relativ häufiges Phänomen, besonders bei älteren oder häufig gespielten Instrumenten. Die Wertminderung hängt stark von mehreren Faktoren ab: 1. **Art der Risse:** Oberflächliche Lackrisse (sogenannte "Finish Cracks" oder "Checking") sind meist rein kosmetisch und beeinträchtigen die Stabilität oder Bespielbarkeit der Gitarre nicht. Sie werden bei Vintage-Gitarren oft sogar als "Charakter" angesehen und können den Wert kaum oder gar nicht mindern. 2. **Tiefe und Ausmaß:** Wenn die Risse jedoch tief gehen und auf strukturelle Schäden (z.B. einen Halsbruch oder eine lockere Halsverbindung) hindeuten, ist das deutlich wertmindernder. In solchen Fällen kann eine Reparatur notwendig sein, was den Wert weiter beeinflusst. 3. **Marke und Modell:** Bei sehr hochwertigen oder Sammler-Gitarren (z.B. Vintage-Gitarren von Fender oder Gibson) sind kleine Lackrisse oft weniger problematisch, da sie als Teil der Alterung ("Aging" oder "Relic") akzeptiert werden. Bei neueren oder günstigeren Modellen kann es den Wiederverkaufswert etwas stärker beeinflussen. 4. **Originalität:** Bei Gitarren, die ab Werk ein "Aged Finish" haben, sind Lackrisse sogar gewollt und wertmindernd nur, wenn sie untypisch oder zu stark ausgeprägt sind. **Fazit:** Oberflächliche Lackrisse am Halsansatz sind in der Regel nur gering wertmindernd, solange keine strukturellen Schäden vorliegen. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine Begutachtung durch einen Gitarrenbauer oder Fachhändler. Weitere Informationen findest du z.B. bei [Gitarre & Bass](https://www.gitarrebass.de/) oder [Thomann](https://www.thomann.de/).