Wie charakterisiert Tom Wolfe in 'Königreich der Sprache' Noam Chomsky?

Antwort

In seinem Essay „Im Königreich der Sprache“ („The Kingdom of Speech“) charakterisiert Tom Wolfe Noam Chomsky als eine zentrale, fast mythische Figur der modernen Linguistik. Wolfe beschreibt Chomsky als revolutionären Denker, der mit seiner Theorie der generativen Grammatik die Sprachwissenschaft grundlegend verändert hat. Chomsky wird von Wolfe als jemand dargestellt, der mit großer Selbstsicherheit und intellektuellem Einfluss auftritt und dessen Ideen jahrzehntelang die Debatte über Sprache dominierten. Allerdings ist Wolfes Darstellung auch kritisch und teilweise ironisch: Er hebt hervor, wie Chomsky die Linguistik fast im Alleingang „erobert“ habe, aber auch, wie seine Theorien im Laufe der Zeit immer wieder angepasst und kritisiert wurden. Besonders betont Wolfe, dass Chomskys Annahme einer angeborenen Universalgrammatik zwar bahnbrechend war, aber letztlich nie empirisch eindeutig belegt werden konnte. Wolfe stellt Chomsky als jemanden dar, der sich gegen Kritik und alternative Ansätze (wie etwa von Daniel Everett) vehement verteidigt und dessen Einfluss auf die Wissenschaft auch mit einer gewissen Starrheit einhergeht. Zusammengefasst: Tom Wolfe zeichnet in „Königreich der Sprache“ ein Bild von Noam Chomsky als genialem, aber auch dogmatischem Wissenschaftler, der die Linguistik geprägt hat, dessen Theorien jedoch nicht unumstritten sind.

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